Qualitative Inhaltsanalyse: Strukturierung

Man sammelt Daten, macht Interviews, stellt Dokumente zusammen, und am Ende hat man viel Text. Sehr viel Text. Und was macht man mit dem Text? Wie wertet man ihn aus? Wie rückt man ihm zuleibe?

Generell ist es das Ziel aller qualitativen Verfahren, Information einerseits zu reduzieren und andererseits zu verdichten. Gemeinhin soll der Kern, das Wesentliche, das sich als Datum in Datenmaterial befindet (oder befinden soll) und für die Beantwortung einer Forschungsfrage notwendig ist, herausgearbeitet werden.

Also braucht man zunächst eine Forschungsfrage.

Das macht Sinn und gibt der Forschung eine Richtung. Wer sich für die Mechanismen der Beilegung von Streit in Beziehungen interessiert, der muss keine Befragung in einem Unternehmen durchführen.

Die Forschungsfrage strukturiert das Datenmaterial in gewisser Weise, aber nur oberflächlich. Sie dient im Rahmenwerk von Mayring der Bestimmung der Analyseeinheit. Dieser Bestimmung folgt die eigentliche Strukturierung des Materials, die Mayring in vier Typen unterscheidet:

  • „Eine formale Strukturierung will die innere Struktur des Materials nach bestimmten formalen Strukturierungsgesichtspunkten herausfiltern.
  • Eine inhaltliche Strukturierung will Material zu bestimmten Themen, zu bestimmten Inhaltsbereichen extrahieren und zusammenfassen.
  • Eine typisierende Strukturierung will auf einer Typologisierungsdimension einzelne markante Ausprägungen im Material finden und diese genauer beschreiben.
  • Eine skalierende Strukturierung will zu einzelnen Dimensionen Ausprägungen in Form von Skalenpunkten definieren und das Material daraufhin einschätzen.“

In jedem Fall dient eine Strukturierung dazu, ein Kriterium oder mehrere Kriterien an das Material heranzutragen und Letzteres auf diese Weise zu „strukturieren“. Im Falle der formalen Strukturierung erfolgt dies z.B. mit Hilfe der folgenden Kriterien:

  • „Ein syntaktisches Kriterium: Die Struktur der sprachlichen Formulierungen im Material soll untersucht werden, Besonderheiten im Satzbau, Abweichungen, Brüche o.ä. sollen herausgefunden werden.
  • Ein thematisches Kriterium: Die inhaltliche Struktur, die Abfolge thematischer Blöcke, die inhaltliche Gliederung des Materials soll herausgearbeitet werden.
  • Ein semantisches Kriterium: Die Beziehung von einzelnen Bedeutungseinheiten untereinander soll rekonstruiert werden.
  • Ein dialogisches Kriterium: Die Abfolge einzelner Gesprächsbeiträge und Gesprächsschritte soll analysiert werden.“

(Mayring, Qualitative Inhaltsanalyse, S.85).

Statistik: Pareto Diagramme

Interessanter Weise findet man die kürzesten und einfachsten Erklärungen, wenngleich nicht immer eine vollständige Erklärung statistischer Konzepte in Büchern zum Lean Sex Sigma, z.B. dem von George et al. (2005) verfassten Pocket Toolbook. Darin findet sich eine sehr schlanke Erklärung für Pareto-Diagramme, bei denen die Anzahl für bestimmte Ausprägungen bereits in eine Reihenfolge nach Größe gebracht worden sind.

Ob es einen Pareto-Effekt gibt, kann den Diagrammen durch einfachen Blick entnommen werden. Gibt es eine Ab-/Zunahme von links nach rechts, dann gibt es auch einen Pareto-Effekt, wenn nicht, dann nicht. Was es mit einem Pareto-Diagramm auf sich hat, kann man der Beschreibung seiner Erstellung leicht entnehmen.

  1. Collect data on different types or categories of problems.
  2. Tabulate the scores. Determine the total number of problems observed and/or the total impact. Also determine the counts or impact for each category.
    • If there are a lot of small or infrequent problems, consider adding them together into an ‚other‘ category.
  3. Sort the problem by frequency or by level of impact.
  4. Draw a vertical axis and divide into increments equal to the total number you observed.
    • In the sample here, the total number of problems was 43, so the vertical axis on the left goes to 42.
    • People often mistakenly make the vertical axis only as tall as the tallest bar, which can overemphasize the importance of the tall bars and lead to false conclusions.
  5. Draw bars for each category, starting with the largest and working down.
    • The ‚other‘ category always goes last even if it is not the shortest bar.
  6. OPTIONAL: Add in the cumulative percentage line. (Convert the raw counts to percentages of the total, then draw a vertical axis on the right that represents percentage. Plot a point above the first bar at the percentage represented by that bar, then another above the second bar representing the combined percentage, and so on. Connect the points.) (George, Michael L., Rowlands, David, Price, Mark & Maxey, John (2005). Lean Six Sigma Pocket Toolbook, p.143).

Empirische Sozialforschung: Quantitative Befragung

Man glaubt es kaum, aber es gibt eine Methodologie der Befragung. Schon 1975 hat Kurt Holm eine Publikation mit dem Titel „Die Befragung“ herausgegeben. Darin wird u.a. analysiert und argumentiert, wie man im Rahmen einer quantitativen Befragung korrekt Fragen formuliert, ohne den Befragten die Antwort in den Mund zu legen und ohne die Menge der Antwortalternativen so zu bestimmen, dass auch herauskommt, was vielleicht herauskommen soll.

Nicht nur die Form der Frage und die Menge der Antwortalternativen auch die Frage des Skalenniveaus von Fragen, ob nominal, ordinal oder metrisch, sie wurde schon vor Jahren diskutiert. Die Likert-Skala, die ordinale Daten erhebt und dennoch und meistens metrisch interpretiert wird, sie ist ein Ergebnis dieser Diskussionen.

Und heute hat man den Eindruck, die Diskussionen, sie sind Schnee von gestern, komplett und vollständig vergessen, denn: Jeder denkt, er kann eine Befragung durchführen, Fragen stellen und aussagekräftige Antworten erhalten. Deshalb finden sich Mengen von Befragungen, die Items enthalten, in denen mehrere Stimuli erfragt werden, so dass man letztlich nicht weiß, auf was die Befragten nun geantwortet haben, und es ist deshalb, dass viele Befrager Ergebnisse durch die Art der Fragen, bewusst oder unbewusst determinieren.

Lassen Sie es in ihrer Arbeit nicht so weit kommen.

Wir sind Profis in allen Fragen der quantitativen Befragung. Wir konzipieren ihre Befragung, formulieren die Fragen so, dass sie aussagekräftige und vor allem valide Ergebnisse produzieren. Wir erstellen z.B. Online-Befragungen, so dass Sie sich um kaum etwas selbst kümmern müssen und, wenn Sie wollen, dann werten wir die Befragungen auch für sie aus, mit allen Mittel der statistischen Datenanalyse, wie sie z.B. SPSS bereitstellt.

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Qualitative Inhaltsanalyse

Der Begriff der qualitativen Inhaltsanalyse wird von vielen gebraucht um im Allgemeinen eine Methode der Datenanalyse zu bezeichnen, von der die meisten phixDaumen zu wissen meinen, was ihr Gegenstand ist und welche Ziele mit ihr verfolgt werden. Doch bereits die Nachfrage, was man unter einer „Inhaltsanalyse“ zu verstehen hat, bringt die meisten ins Schleudern oder doch zumindest eine Vielzahl vollkommen unterschiedlicher Beschreibungen dessen, was man für eine Inhaltsanalyse hält.

Philipp Mayring hat sich die Mühe gemacht, aus der Vielzahl der Definitionen, die es zu „Inhaltsanalyse“ gibt, die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Herausgekomme sind dabei sechs Punkte, die die Inhaltsanalyse nach Ansicht von Mayring bestimmen bzw. Letztere umfassen muss:

  1. „Inhaltsanalyse hat Kommunikation zum Gegenstand, also die Übertragung von Symbolen (…). In aller Regel handelt es sich zwar um Sprache, aber auch Musik, Bilder u.ä. können zum Gegenstand gemacht werden. […]
  2. Die Inhaltsanalyse arbeitet mit Texten, Bildern, Noten, mit symbolischem Material also. Das heißt, die Kommunikation liegt in irgendeiner art protokolliert, festgehalten vor. Gegenstand der Analyse ist somit fixierte Kommunikation.
  3. Besonder heftig wehren sich Inhaltsanalytiker immer wieder gehen freie Interpretation, gegen impressionistische Ausdeutung des zu analysierenden Materials. Inhaltsanalyse will systematisch vorgehen. Damit grenzt sie sich gegen einen Großteil hermeneutischer Verfahren ab.
  4. Das systematische Vorgehen zeigt sich vor allem darin, dass die Analyse nach expliziten Regeln abläuft (zumindest ablaufen soll). Diese Regelgeleitetheit ermöglicht es, dass auch andere die Analyse verstehen, nachvollziehen und überprüfen können. Es dadurch kann Inhaltsanalyse sozialwissenschaftlichen Methodenstandards (intersubjektive Nachprüfbarkeit) genügen.
  5. Das systematische Vorgehen zeigt sich aber auch darin, dass eine gute Inhaltsanalyse theoriegeleitet vorgeht. Sie will nicht einfach einen Text referieren, sondern analysiert ihr Material unter einer theoretisch ausgewiesenen Fragestellung; die Ergebnisse werden vom jeweiligen Theoriehintergrund her interpretiert und auch die einzelnen Analyseschritte sind von theoretischen Überlegungen geleitet. Theoriegeleitetheit bedeutet dabei nicht Abheben von konkretem Material in Sphären der Unverständlichkeit, sondern heißt Anknüpfen an die Erfahrungen anderer mit dem zu untersuchenden Gegenstand.
  6. Im letzten Punkt wurde bereits angedeutet, dass Inhaltsanalyse ihr Material nicht ausschließlich für sich analysieren will (wie z.B. die Textanalyse), sondern als Teil des Kommunikationsprozesses. Sie ist eine schlußfolgernde Methode, darauf haben vor allem amerikanische Kommunikationswissenschaftler hingewiesen (…). Sie will durch Aussagen über das zu analysierende Material Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte der Kommunikation ziehen. Aussagen über den „Sender“ (z.B. dessen Absichten), über Wirkungen beim ‚Empfänger“ o.ä. ableiten“ (Mayring 2006: 12)

 

Qualitative Inhaltsanalyse

Der Begriff der qualitativen Inhaltsanalyse wird von vielen gebraucht um im Allgemeinen eine Methode der Datenanalyse zu bezeichnen, von der die meisten phixDaumen zu wissen meinen, was ihr Gegenstand ist und welche Ziele mit ihr verfolgt werden. Doch bereits die Nachfrage, was man unter einer „Inhaltsanalyse“ zu verstehen hat, bringt die meisten ins Schleudern oder doch zumindest eine Vielzahl vollkommen unterschiedlicher Beschreibungen dessen, was man für eine Inhaltsanalyse hält.

Philipp Mayring hat sich die Mühe gemacht, aus der Vielzahl der Definitionen, die es zu „Inhaltsanalyse“ gibt, die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Herausgekomme sind dabei sechs Punkte, die die Inhaltsanalyse nach Ansicht von Mayring bestimmen bzw. Letztere umfassen muss:

  1. „Inhaltsanalyse hat Kommunikation zum Gegenstand, also die Übertragung von Symbolen (…). In aller Regel handelt es sich zwar um Sprache, aber auch Musik, Bilder u.ä. können zum Gegenstand gemacht werden. […]
  2. Die Inhaltsanalyse arbeitet mit Texten, Bildern, Noten, mit symbolischem Material also. Das heißt, die Kommunikation liegt in irgendeiner art protokolliert, festgehalten vor. Gegenstand der Analyse ist somit fixierte Kommunikation.
  3. Besonder heftig wehren sich Inhaltsanalytiker immer wieder gehen freie Interpretation, gegen impressionistische Ausdeutung des zu analysierenden Materials. Inhaltsanalyse will systematisch vorgehen. Damit grenzt sie sich gegen einen Großteil hermeneutischer Verfahren ab.
  4. Das systematische Vorgehen zeigt sich vor allem darin, dass die Analyse nach expliziten Regeln abläuft (zumindest ablaufen soll). Diese Regelgeleitetheit ermöglicht es, dass auch andere die Analyse verstehen, nachvollziehen und überprüfen können. Es dadurch kann Inhaltsanalyse sozialwissenschaftlichen Methodenstandards (intersubjektive Nachprüfbarkeit) genügen.
  5. Das systematische Vorgehen zeigt sich aber auch darin, dass eine gute Inhaltsanalyse theoriegeleitet vorgeht. Sie will nicht einfach einen Text referieren, sondern analysiert ihr Material unter einer theoretisch ausgewiesenen Fragestellung; die Ergebnisse werden vom jeweiligen Theoriehintergrund her interpretiert und auch die einzelnen Analyseschritte sind von theoretischen Überlegungen geleitet. Theoriegeleitetheit bedeutet dabei nicht Abheben von konkretem Material in Sphären der Unverständlichkeit, sondern heißt Anknüpfen an die Erfahrungen anderer mit dem zu untersuchenden Gegenstand.
  6. Im letzten Punkt wurde bereits angedeutet, dass Inhaltsanalyse ihr Material nicht ausschließlich für sich analysieren will (wie z.B. die Textanalyse), sondern als Teil des Kommunikationsprozesses. Sie ist eine schlußfolgernde Methode, darauf haben vor allem amerikanische Kommunikationswissenschaftler hingewiesen (…). Sie will durch Aussagen über das zu analysierende Material Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte der Kommunikation ziehen. Aussagen über den „Sender“ (z.B. dessen Absichten), über Wirkungen beim ‚Empfänger“ o.ä. ableiten“ (Mayring 2006: 12)