Qualitative Inhaltsanalyse

Der Begriff der qualitativen Inhaltsanalyse wird von vielen gebraucht um im Allgemeinen eine Methode der Datenanalyse zu bezeichnen, von der die meisten phixDaumen zu wissen meinen, was ihr Gegenstand ist und welche Ziele mit ihr verfolgt werden. Doch bereits die Nachfrage, was man unter einer “Inhaltsanalyse” zu verstehen hat, bringt die meisten ins Schleudern oder doch zumindest eine Vielzahl vollkommen unterschiedlicher Beschreibungen dessen, was man für eine Inhaltsanalyse hält.

Philipp Mayring hat sich die Mühe gemacht, aus der Vielzahl der Definitionen, die es zu “Inhaltsanalyse” gibt, die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Herausgekomme sind dabei sechs Punkte, die die Inhaltsanalyse nach Ansicht von Mayring bestimmen bzw. Letztere umfassen muss:

  1. “Inhaltsanalyse hat Kommunikation zum Gegenstand, also die Übertragung von Symbolen (…). In aller Regel handelt es sich zwar um Sprache, aber auch Musik, Bilder u.ä. können zum Gegenstand gemacht werden. […]
  2. Die Inhaltsanalyse arbeitet mit Texten, Bildern, Noten, mit symbolischem Material also. Das heißt, die Kommunikation liegt in irgendeiner art protokolliert, festgehalten vor. Gegenstand der Analyse ist somit fixierte Kommunikation.
  3. Besonder heftig wehren sich Inhaltsanalytiker immer wieder gehen freie Interpretation, gegen impressionistische Ausdeutung des zu analysierenden Materials. Inhaltsanalyse will systematisch vorgehen. Damit grenzt sie sich gegen einen Großteil hermeneutischer Verfahren ab.
  4. Das systematische Vorgehen zeigt sich vor allem darin, dass die Analyse nach expliziten Regeln abläuft (zumindest ablaufen soll). Diese Regelgeleitetheit ermöglicht es, dass auch andere die Analyse verstehen, nachvollziehen und überprüfen können. Es dadurch kann Inhaltsanalyse sozialwissenschaftlichen Methodenstandards (intersubjektive Nachprüfbarkeit) genügen.
  5. Das systematische Vorgehen zeigt sich aber auch darin, dass eine gute Inhaltsanalyse theoriegeleitet vorgeht. Sie will nicht einfach einen Text referieren, sondern analysiert ihr Material unter einer theoretisch ausgewiesenen Fragestellung; die Ergebnisse werden vom jeweiligen Theoriehintergrund her interpretiert und auch die einzelnen Analyseschritte sind von theoretischen Überlegungen geleitet. Theoriegeleitetheit bedeutet dabei nicht Abheben von konkretem Material in Sphären der Unverständlichkeit, sondern heißt Anknüpfen an die Erfahrungen anderer mit dem zu untersuchenden Gegenstand.
  6. Im letzten Punkt wurde bereits angedeutet, dass Inhaltsanalyse ihr Material nicht ausschließlich für sich analysieren will (wie z.B. die Textanalyse), sondern als Teil des Kommunikationsprozesses. Sie ist eine schlußfolgernde Methode, darauf haben vor allem amerikanische Kommunikationswissenschaftler hingewiesen (…). Sie will durch Aussagen über das zu analysierende Material Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte der Kommunikation ziehen. Aussagen über den “Sender” (z.B. dessen Absichten), über Wirkungen beim ‘Empfänger” o.ä. ableiten” (Mayring 2006: 12)

 

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