Statistik: SPSS-Tricks II

Ein Problem, mit dem viele unerfahrene Anwender von SPSS kämpfen, ergibt sich daraus, dass SPSS zwei Arten von Missing Values kennt, solche, die vom Programm selbst vergeben werden und solche, die von Nutzern vergeben werden. Der Unterschied zwischen beiden liegt in der Behandlung durch SPSS. Ein System-Missing-Value zeichnet sich vornehmlich dadurch aus, dass SPSS an ...

Empirische Sozialforschung: Nicht-reaktive Verfahren

Der Begriff “nicht-reaktive Verfahren” bezeichnet eine Klasse von Methoden zur Datenerhebung, bei der ein Proband nicht weiß, dass er auf eine Fragestellung reagiert, Teil eines Experiments ist usw. Neben der Beobachtung hat sich eine Vielzahl von interessanten und vor allem witzigen Methoden etabliert, die dem Sammeln von Daten dienen, darunter die Methode der verlorenen Briefe ...

Anti-Intrazeption

Viele kennen die Studien zum Autoritären Charakter, die Theodor Adorno, R. Nevitt Sanford, Else Frenkel-Brunswick und Daniel J. Levinson in den 1940er Jahren in den USA durchgeführt haben, dem Namen nach. Etliche zitieren die Studien. Die wenigsten kennen die Konzepte, die darin zur Anwendung gekommen sind, um die autoritäre Persönlichkeit zu operationalisieren. Wer hat schon ...

Sozialpsychologie: Stereotype

Sozialpsychologie: Stereotype
Die Erforschung von Stereotypen und Vorurteilen ist in weiten Teilen mit den Namen von Gordon Allport, John Turner und Henri Tajfel verbunden. Vor allem Tajfel und Turner haben da weitergemacht, wo Allport aufgehört hat, nämlich bei der Untersuchung des Zwecks, den Vorurteile und Stereotype für diejenigen, die sie nutzen, erfüllen. Eine der Erkenntnisse, die Turner ...

John Locke: Der erste Sozialpsychologe?

John Locke: Der erste Sozialpsychologe?
Die meisten der alten Philosophen haben sich durch eine große Anzahl von Interessen ausgezeichnet und durch ein beeindruckendes Wissen auf den meisten ihrer Interessengebiete. John Locke, den viele wegen seiner politischen Philosophie kennen, hat sich u.a. für Astronomie und Mathematik interessiert und daneben eine ganz eigene Identitätslehre entworfen, die man als erste Form von Sozialpsychologie ...

Methoden: Die Illusion der Validität

Methoden: Die Illusion der Validität
Daniel Kahneman berichtet in seinem Buch „Thinking, Fast and Slow“ von seinen ersten Ernüchterungen im Hinblick auf die Validität von Beobachtungsdaten und den Ableitungen, die man daraus trifft. In seinem Beispiel ist es die Aufgabe von Kahneman und einem Kollegen, Soldaten, die gemeinsam eine Aufgabe zu lösen haben, dabei zu beobachten und auf Grundlage der ...

Sozialpsychologie: Tajfel über Stereotype

Sozialpsychologie: Tajfel über Stereotype
Wenn heute die Rede auf Stereotype kommt, dann ist damit häufig bereits eine negative Wertung verbunden, denn Stereotypisieren gilt als negative Tätigkeit, fast schon als eine Form der Diskriminierung. Das war nicht immer so. Bereits Gordon Allport hat 1954 auf die kognitive Funktion von Stereotypen hingewiesen. Einige Jahre später (1981) hat Henri Tajfel die normative, ...

Kriminologie: Die subjektive Schwere von Straftaten

Aus dem Strafrecht ist eine Hierarchiesierung von Straftaten nach ihrer Schwere bekannt: schwere bzw. schwerwiegende Straftaten sollen härter bestraft werden als weniger schwere bzw. schwerwiegende Straftaten, und im Großen und Ganzen dürfte Einigkeit darüber bestehen, dass Totschlag eine schwerwiegendere Straftat ist als Diebstahl. Die Einigkeit über die Schwere einer Straftat dürfte aber weit weniger weitgehend ...

Qualitative Sozialforschung: Die Sprache der Messung

Qualitative Sozialforschung: Die Sprache der Messung
Qualitative Sozialforschung hat zuweilen etwas willkürliches und manche, die sie betreiben, sind offenkundig der Ansicht, dass “anything goes”, wenn es zur qualitativen Sozialforschung kommt. Dann brauche man keine Regeln, keine Methode, keine Theorie der Datenerhebung und keine Diskussion der Frage, wie man eigentlich im Rahmen qualitativer SOzialforschung mißt. Diese Forstellungen stehen in einem drastischen Gegensatz ...

Die Erklärung von Selbstmord durch Anomie und Anomia

Die Erklärung von Selbstmord durch Anomie und Anomia
Emile Durkheim dürfte jedem Studierenden der Sozialwissenschaflten ein Begriff sein, vermutlich weniger wegen seiner ethnologischen bzw. kulturvergleichenden Schriften, von denen im deutschsprachigen Raum besonders „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ aus dem Jahr 1912 bekannt geworden ist, sondern wohl eher wegen seiner Schrift über den Selbstmord aus dem Jahr 1897. Bis zu dieser Zeit dominierte ...