Grundlagen der empirischen Sozialforschung: Die nominelle und die operationelle Definition von Begriffen

Schaut man in eine beliebige Zeitung oder Zeitschrift, so stellt man schnell fest, dass es zu jedem beliebigen Thema und jedem beliebigen Zusammenhang Studien, ja, eine regelrechte „Studieninflation“, gibt. Man gewinnt den Eindruck, dass empirische Sozialforschung einfach ist und jeder einfach einmal eine Befragung zu einem Thema oder einem Zusammenhang, das/der ihn interessiert, durchführen kann. ...

Maslow: Die Theorie der menschlichen Motivation und die Bedürfnispyramide

Die sogenannte Bedürfnispyramide ist ein Modell, in dem menschliche Bedürfnisse in eine fünf Stufen umfassende Hierarchie gebracht werden. Sie wurde von dem amerikanischen Psychologen Abraham H. Maslow in den 1940er- und 1950er-Jahren entwickelt. Die Basis der Pyramide bilden physiologische Bedürfnissse nach Wärme, Wasser, Nahrung und Ruhe. Auf der zweiten Stufe verortet Maslow das Bedürfnis nach ...

Homans: Regeln der Theoriebildung

Was viele nicht mehr wissen, George Caspar Homans hat nicht nur eine Theorie der sozialen Gruppe aufgestellt, er hat auch Regeln der Theoriebildung benannt, und zwar die folgenden: Beachte zuerst das Augenscheinliche, das Vertraute, das Alltägliche. In einer Wissenschaft, die ihre Fundamente noch nicht gelegt hat, sind dies die Dinge, bei denen sich eine Untersuchung ...

Politikwissenschaft: Autoritäre Persönlichkeit

Politikwissenschaft: Autoritäre Persönlichkeit
Die Autoritäre Persönlichkeit, die Adorno, Levinson, Sanford und Frenkel-Brunswick im Jahre 1950 veröffentlicht haben, ist zu einem klassiker der empirischen Sozialforschung geworden, auf den immer gerne Bezug genommen und aus dem immer gerne zitiert wird, in der Regel mit Bezug auf die F-Skala, die zur Messung von Faschismus entwickelt wurde. Dass die F-Skala sich aus ...

Psychologie: Persönlichkeit und Gehorsam

Psychologie: Persönlichkeit und Gehorsam
Mehr als 50 Jahre ist es her, dass Stanley Milgram sich der Frage gewidmet hat, was Menschen dazu bringt, sich einer Autorität unterzuordnen und im Auftrag dieser Autorität anderen zu schaden. Das Experiment, das u.a. zum Ziel hatte, das zu erklären, was als Drittes Reich in die Geschichte eingegangen ist, hat zum Teil erschreckende Ergebnisse ...

Sozialpsychologie: Kontakthypothese

Sozialpsychologie: Kontakthypothese
Die Kontakthypothese wird häufig wie folgt – hier nach dem DORSCH-Lexikon der Psychologie – beschrieben: „[D]ie K[ontakthypothese] wurde 1954 von G. Allport entwickelt und besagt, dass häufiger Kontakt zu Mitgliedern anderer Gruppen … die Vorurteile gegenüber diesen Gruppen reduziert.“ Dies ist ungefähr richtig, aber nur ungefähr, denn tatsächlich ist die Kontakthypothese eng verbunden mit der ...

Sozialpsychologie: Stereotyp und Vorurteil

Sozialpsychologie: Stereotyp und Vorurteil
Die Begriffe “Stereotyp” und “Vorurteil” werden oft synonym gebraucht und häufig werden beide mit einer negativen Konnotation versehen, was im Hinblick auf Stereotype nicht angebracht ist, stellen sie doch kognitive Verkürzungen dar, die ein schnelles und effizientes Verhalten ermögliche, Verkürzungen, die dann, wenn sie sich als falsch erweisen, geändert werden können. Das unterscheidet sie vom ...

Risiko und Unsicherheit

Risiko und Unsicherheit
Die Begriffe Risiko und Unsicherheit sind Bestandteil der Alltagssprache. Als wissenschaftliche Begriffe haben sie jedoch eine Bedeutung, die häufig von der Alltagsbedeutung abweicht. Risiko kann in einer ersten Näherung damit qualifiziert werden, dass es mit negativen Folgen verbunden ist: „…risk is technically defined as the possibility of suffering harm from hazard“ (Cohrssen & Covello, 1999, ...

Psychologie: Lernen

Psychologie: Lernen
Lernen ist ein Begriff, den jeder in seinem Wortschatz hat. Er wird täglich gebraucht. Jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon, was es bedeutet, Fahren zu lernen, Englisch zu lernen oder Kaffeekochen zu lernen. Irgendwie findet durch Lernen eine Zustandsveränderung statt, von einem Zustand zum nächsten. Und ihrendwie ist der Lernende an dieser Zustandsveränderung beteiligt. Doch ...

Sozialpsychologie: Spenden-Nudging

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Um nicht die Spendenbereitschaft, aber die Höhe der Spenden zu beeinflussen, hat sich Kent Messer, Director des Centers for Experimental and Applied Economics an der University of Delaware, von Richard Thaler und Cass Sunstein und deren Konzept des Nudgings inspirieren lassen. 190 seiner Studenten hat Messer in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe, ...