Wissenschaftslehre: Anomalien und Erkenntnis-Fortschritt

Wissenschaftslehre: Anomalien und Erkenntnis-Fortschritt
Ursprünglich war die Idee, dass wissenschaftlicher Fortschritt kumulativ erfolgt. Wir lernen immer mehr über unsere Umwelt. Jede neue Theorie erklärt, was die alte Theorie erklärt hat und etwas darüber hinaus. Dann kam Karl Popper mit seinem kritischen Rationalismus und hat den Erkenntnisfortschritt mit einem Scheinwerfer verglichen, der einen bestimmten Bereich erhellt, andere im Dunkeln belässt. ...

Philosophie: Normalsatzpositionen

Philosophie: Normalsatzpositionen
Angenommen wir beobachten, dass immer wenn A auftritt, folgt B nach – kann man dann schließen, dass B immer A nachfolgt? Die Antwort auf diese Frage, die in der Philosophie als Induktionsproblem bekannt ist, hat Hume gegeben: Ein klares Nein. Entsprechend war der naive Empirismus, dessen Vertreter geglaubt haben, man könne durch viele Einzelbeobachtungen Gesetze ...

Ökonomie: Wettbewerb und Sozialismus

Ökonomie: Wettbewerb und Sozialismus
Was ist besser für eine Gesellschaft: Die Planung wirtschaftlicher Prozesse, die Vorgabe wirtschaftlicher Ziele und die Umverteilung der Ergebnisse wirtschaftlicher Aktivität oder der freie Wettbewerb? Friedrich A. Hayek hat vor rund 75 Jahren eine Antwort auf diese Frage gegeben, die heute fast noch aktueller ist als sie es 1944 war: “It is significant that one ...

Pseudo-Wissenschaft: Wilhelm Reich

Pseudo-Wissenschaft: Wilhelm Reich
Als Abgrenzungsproblem hat Karl Raimund Popper die Frage diskutiert, wo Wissenschaft aufhört und für ihn: Metaphysik anfängt. Statt Metaphysik kann man auch Spekulation oder Phantasie einsetzen. Die Grenze, die Popper gezogen hat, verläuft bekanntlich entlang der drei Kriterien der empirischen Prüfbarkeit, der Falsifizierbarkeit und der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit. Martin Gardner hat in den 1950er Jahren ein ...

Wissenschaftstheorie: Induktionsschluss

Wissenschaftstheorie: Induktionsschluss
Die Frage, wie man allgemeine Gesetze in den Wissenschaften aufstellen kann, kommt manchen trivial vor. Man beobachtet die Natur, sucht nach Regelmäßigkeiten und verallgemeinert die gefundenen Regelmäßigkeiten zu einem Gesetz. Dieses induktive Vorgehen, das mit der Aufklärung und in der Folge der Arbeiten von Francis Bacon in Mode kam, hat jedoch einige Probleme. Logisch betrachtet ...

Philosophie: Scholastik

Philosophie: Scholastik
Eines der kurzweiligsten Philosophiebücher ist das rund 900 Seiten starke Werk: Philosophie des Abendlandes von Bertrand Russell. In diesem Buch kombiniert Russell in unnachahmlicher Weise Geschichte und Philosophie und schafft es damit, die philosophischen Schulen, Streits und Entwicklungen in einen zeitlichen Kontext zu stellen, der sie fast zum Leben erweckt. Ein Beispiel ist die Scholastik, ...

Gesellschaftswissenschaft: Risikogesellschaft

Gut 30 Jahre ist es her, seit Ulrich Beck die Risikogesellschaft veröffentlicht hat. Zeit die zentrale Idee, die das Buch durchzieht, noch einmal zu wiederholen, denn zwischenzeitlich hat sich der Begriff der Risikogesellschaft verselbständigt und eine Vielzahl von Inhalten angenommen. Die grundlegende Idee der Risikogesellschaft besteht darin, dass mit einer zunehmenden Produktion von gesellschaftlichem Reichtum auch ...

Philosophie: Alte Griechen und Demokratie

Zu Zeiten von Platon und Aristoteles war die Demokratie eine neue Regierungsform, die u.a. von Platon und Aristoteles als “Herrschaft der Armen” oder “Pöbelherrschaft”[1] bezeichnet wurde, wie man in Heft 284 der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Informationen zur Politischen Bildung nachlesen kann. Demokratie, so steht im selben Heft zu lesen, heiße „Mehrheitsherrschaft“. ...

Das Ziel von Wissenschaft: Die Erklärung der Realität

Wissenschaft ist kein Selbstzweck. Was Wissenschaftler tun und tun sollen, ist auf ein Ziel gerichtet, nämlich das Ziel, befriedigende Erklärungen über Geschehnisse in der Realität, Objekte der Realität oder deren Strukturen zu produzieren. Welche Kriterien eine befriedigende Erklärung erfüllen muss, das hat Karl Raimung Popper in seinem Aufsatz “Die Zielsetzung der Erfahrungswissenschaft” dargestellt: “Mit einer ...

Logik: Argumentum ad verecundiam

Leider werden auch in der Wissenschaft Versuche immer häufiger, wissenschaftliche Ergebnisse nicht mit Argumenten und empirischen Belegen zu kritisieren, sondern mit Fehlschlüssen und rethorischen Tricks zu bekämpfen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei das Argumentum ad verecundiam, das an die Ehrfurcht vor Autoritäten oder angeblichen Autoritäten appelliert, und dessen Nutzer auf diese Weise hofft, darüber hinwegtäuschen ...