Empirische Sozialforschung: Vom Zirkelschluss

Empirische Sozialforschung: Vom Zirkelschluss
Die Wahl zum Britischen Unterhaus im Jahre 2015 nahm einen ganz anderen Ausgang als es auf Grundlage von Wahlumfragen im Vorfeld den Anschein hatte. Statt des erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Labour und den Tories gab es einen Erdrutschsieg der Tories. Das offenkundige Versagen der Wahlforscher, den Wahlausgang vorherzusagen, hat nun eine Kommission beschäftigt, die vom British Polling Council ...

Statistik und empirische Sozialforschung

Vor allem für Sozialwissenschaftler ist Statistik immer noch einer der Angstgegner. Formeln, Berechnungen, kaum überschaubare Algorithmen, die bestimmten Analyseverfahren zu Grunde liegen und Probleme damit, wie Ergebnisse zu interpretieren sind, beschreiben, was den Angstgegner im Kern ausmacht. Dabei ist die Berechnung von Mittelwert und Standardabweichung ein Leichtes. Dabei ist der Aufbau und die Logik statischer ...

Sozialpsychologie: Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien?

Quassim Cassam, University of Warwick und Professor beim Arts and Humanities Council, ist angetreten, Verschwörungstheorien zu erklären, nicht nur das, er will generell erklären, warum Menchen an absurden Ideen festhalten. Unter absurden Ideen versteht er z.B. die Überzeugung, dass 9/11 ein Inside-Job war, dessen Auftraggeber die US-Regierung gewesen sein soll. Dabei interessiert ihn besonders, wieso ...

Ökonomie: Aus dem Bauch heraus entscheiden

Seit Amos Tversky und Daniel Kahneman ernsthafte Zweifel an der Nützlichkeit des Modells eines auf Basis vollständiger Information entscheidenden rationalen Akteurs angemeldet haben, ist die Zahl der Beiträge, die ihre Ergebnisse zur Grundlage der Suche nach Anomalien, z.B. bei der Hypothese effizienter Märkte von Fama (1970) oder dem Capital Asset Pricing Model von Sharpe (1964) machen, ständig gewachsen. Die ...

Kriminologie: Broken Windows und Kriminalität

1982 haben George L. Kelling und James Q. Wilson ihren Broken Windows Approach veröffentlicht, der im Wesentlichen die Höhe der Kriminalität in einem Gebiet mit dem Zustand der Nachbarschaft in Verbindung bringt: Je schlechter der Zustand von Gebäuden und je fluider die Nachbarschaft, desto höher die Kriminalität. Der Broken Windows Approach hat viel Furore gemacht und ...

Ernährung: Appetizers’ Consequences

Dinge sind relativ. Diese alte Weisheit kann mich nicht oft genug betonen und nicht oft genug erforschen. Es ist zwischenzeitlich die am besten erforschte Weisheit. Jacob Lahne hat sie gerade wieder erforscht und die Ergebnisse in der Zeitschrift: “Food – Quality and Preferences” veröffentlicht. Bruschetta-Liebhaber aufgepasst: Wer eine gute Bruschetta vor guten Spaghetti Alio Olio ißt, ...

Index Digitaler Entwicklung

Wie würde wohl die Welt, die uns umgibt, aussehen, wenn man die digitalen Technologien wegdenken könnte? Kein Smartphone, keine Xbox, das Auto springt nicht mehr an, die Heizung reagiert nicht mehr, keine Musik aus der Anlage, kein Fernsehen und keine Mikrowelle. Digitale Technik ist schlicht nicht wegzudenken. Sie umgibt uns, ist ein wichtiger Teil des ...

Psychologie: Gehirnstruktur beeinflusst Fähigkeit, Belohnungen aufzuschieben

In den 1960er und 1970er Jahren hat Walter Mischel Experimente durchgeührt, die bis heute berühmt sind. U.a. hat er Vorschulkinder daraufhin untersucht, wie gut es ihnen gelingt, Belohnungen aufzuschieben: Jeweils ein Kind wurde mit zwei Marshmellows in einem Raum vom Versuchsleiter alleine gelassen. Ihm wurde gesagt, dass es entweder beide Marshmallows essen dürfe, wenn der Versuchsleiter ...

Ökonomie: Richtiges Crowdfunding

282 Millionen US-Dollar, gespendet im Zeitraum von 15 Jahren, gespendet von 1,5 Millionen Spendern und in 3,9 Millionen Spenden – das sind die Daten, auf denen eine Analyse von Jure Leskovec und Tim Althoff basiert. Dabei handelt es sich um Daten der US-amerikanischen Crowdsourcing-Plattform “Donors Choose.org”. Analysiert haben die beiden Computer-Wissenschaftler aus Stanford, welche Determinanten mehrfaches ...

Finanzwissenschaft: Stromnutzung sagt Aktienmarkt vorher

Es klingt ungewöhnlich und doch basiert die Überschrift auf einer wissenschaftlichen Arbeit, die Zhi Da, Dayong Huang und Hayong Yun im April 2015 unter dem Titel “Industrial Electricity Usage and Stock Returns” veröffentlicht haben. Darin machen sich Da, Huang und Yun die Tatsache zu Nutze, dass der Stromverbrauch in der Industrie Ausweis der Nachfrage und somit ...