Erziehungswissenschaften: Was ist „Standpunktpädagogik“?

Erziehungswissenschaften: Was ist „Standpunktpädagogik“?
Der Begriff „Standpunktpädagogik“ ist zunächst einfach die Übersetzung des englischsprachigen Begriffs „Standpoint Pedagogy“ ins Deutsche. Von „Standpoint Pedagogy“ ist in den englischsprachigen Ländern seit den 2000er-Jahren im Zusammenhang mit Pädagogik in und für die multikulturelle bzw. pluralistische Gesellschaft die Rede. Im Kern beinhaltet es die Idee, in die Pädagogik bzw. in den Lehr-Lern-Prozess die Wissensbestände, ...

Erziehungswissenschaft: Der Pygmalion-Effekt

Erziehungswissenschaft: Der Pygmalion-Effekt
Die Leistung von Schülern ist das Ergebnis der Erwartungen, von denen sie meinen, dass sie von Lehrern an sie herangetragen werden. Anders formuliert: Wenn ein Schüler denkt, sein Lehrer sei der Ansicht, er könne kein Deutsch, dann wird sich die Leistung des Schülers der Erwartung anpassen. Das ist der so genannte Pygmalion-Effekt, den Robert Rosenthal ...

Pädagogik: Lernen

Pädagogik: Lernen
Worin zeigt sich, dass gelernt wurde? Woran erkennt man, dass die Vermittlung von Wissen zu einem Ergebnis geführt hat? Die Fragen sind nicht trivial. Sie betreffen vielmehr den Kern dessen, was Pädagogik ist. Dabei stehen sich zwei Positionen der Bestimmung von Lernen gegenüber: Die eine Position sieht Lernen dann gegeben, wenn ein Organismus nach neuer ...

Qualitative Sozialforschung: Ethnographische Interviews

Qualitative Sozialforschung: Ethnographische Interviews
Zwar verbreitet sich selbst an Hochschulen immer mehr die Meinung, dass man qualitative Sozialforschung einfach so betreiben könne. Dennoch gibt es einen festen Kanon von Methoden der Datenerhebung und der Datenauswertung. Zuweilen sind die Methoden sehr vage und unbestimmt, aber dennoch geben sie zumindest einen Anhaltspunkt, in welche Richtung z.B. ein ethnographisches Interview gehen soll, ...

Pädagogik: Schulqualität und Schulkultur

Pädagogik: Schulqualität und Schulkultur
Schon in den 1970er Jahren hat Helmut Fend eine Reihe richtungsweisender Studien durchgeführt, um die Determinanten von Schulqualität herauszuarbeiten. Im Zuge seiner Arbeit hat er das Konzept der Schulkultur entwickelt. Schulkultur entsteht aus dem Zusammenwirken von Lehrern, Eltern und Schülern. Dass an Schulleistungen neben Eltern und Schülern auch Lehrer beteiligt sind, ist ein Umstand, der ...

Bildungsforschung: Sprachcodes und Sozialstruktur

Einer der ersten Ansätze, mit denen versucht werden sollte, soziale Ungleichheit bei der Bildung zu erklären, stammt von Basil Bernstein und ist Teil seiner umfassenderen Arbeit über Class, Codes und Control. Am bekanntesten dürfte dabei die Unterscheidung zwischen restringierten und elaborierten Sprachcodes sein, die Bernstein auf der einen Seite zur Ursache von Bildungserfolg erklärt, auf ...

Bildungsforschung: Das Konzept vom idealen Schüler

Das Konzept vom idealen Schüler („ideal pupil“) wurde von dem amerikanischen Soziologen Howard Saul Becker im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelt und im Jahr 1952 in Form eines Artikels in der Fachzeitschrift „Journal of Educational Sociology“ einer breiten Leserschaft vorgestellt. In seiner Doktorarbeit untersuchte Becker, wie 60 Lehrkräfte in Chicago ihre Schüler in Abhängigkeit der sozialen ...

Soziale Arbeit: Offene Jugendarbeit

„Offene Jugendarbeit findet vor allem in Jugendfreizeitstätten (…) statt. Es handelt sich um Einrichtungen, die allen Jugendlichen, besonders den nichtorganisierten, durch Bereitstellen von Räumen und Sachmitteln die Möglichkeit zu vielfältigen Freizeitaktivitäten bieten und regelmäßig, d.h. an mehreren Tagen in der Woche bis in den Abend geöffnet sind“.[1] Offene Jugendarbeit zeichnet sich dabei vor allem durch ...

Pädagogik: Demokratie und Erziehung

Derzeit wird an deutschen Schulen versucht, Werte und Normen, früher hätte man gesagt, moralische Bildung in einer Weise einzuüben, wie man das kleine Einmaleins einübt: technisch und auf die Vermittlung von Beschränkt. Dass damit ein Paradox formuliert ist, das Ratio und Moral zur Dichotomie erklärt, hat John Dewey schon 1916 in seinem Buch “Democracy and Education” ausgeführt: ...

Germanistik: Schichtspezifische Sprache

Von Basil Bernstein stammt die Idee, dass Sprache bzw. Sprachfähigkeit und der vorhandene Sprachfundus als eine Funktion der sozialen Schicht, in der ein Sprecher aufgewachsen ist, erklären lassen. Die Unterscheidung, die den Ausgangspunkt für Bernstein darstellt, ist recht eingängig: Sprache ist für ihn durch das Gesamt der grammatikalischen Regeln und der Syntax, beides bezeichnet er als Struktur ...