Ethnologie: Schenken

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Schenken eigentlicht für eine Tätigkeit ist? Ist es eine Tätigkeit, in der ein Überlegener seinen Altruismus zum Ausdruck bringt oder seine Hegemonie? Ist es ein Akt reziproker Verpflichtung, weil Geschenke erwiedert werden müssen? Der erste, der sich diese Fragen gestellt hat, ist Marcel Mauss gewesen. Seine Antworten hat ...

Kulturanthropologie: Staatssozialismus

Kulturanthropologie: Staatssozialismus
Kulturanthropologie oder Ethnologie zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie ihren Blick auf Kultur, fremde Kultur bzw. andere Kulturentwürfe richten, sie zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie zuweilen einen verfremdeten Blick auf die eigene Kultur richten und auf diese Weise Selbstverständlichkeiten hinterfragen, zuweilen mit überraschenden Ergebnissen. Ein Beispiel findet sich bei Marvin Harris: ...

Vergleichende Politikwissenschaft: Funktionale Äquivalente

Mattei Dogan und Dominique Pelassy haben mit ihrem Buch “How to Compare Nations” einen Meilenstein der vergleichenden Politikwissenschaft und der vergleichenden Soziologie geschaffen. Darin beschreiben und begründen sie eine Methode, die es Forschern erlaubt, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und Einsichten aus dem Vergleich von gleichen oder unterschiedlichen Ländern zu gewinnen. Ein zentraler ...

Ethnologie: Die Unterscheidung zwischen etischer und emischer Forschungsperspektive

Ethnologie: Die Unterscheidung zwischen etischer und emischer Forschungsperspektive
… geht auf den amerikanischen Linguisten und Kulturanthropologen Kenneth Pike (1912-2000) zurück. Pike meinte, dass ein Forscher, der menschliches Verhalten beobachtet, das beobachtete Verhalten grundsätzlich auf zwei verschiedene Weisen betrachten kann, die er als die etische und die emische Betrachtungsweise beschreibt, und zwar wie folgt: „The etic viewpoint studies behavior as from outside of a ...

Psychologie: Altruismus kann man nicht herbeireden

“Was würdest Du tun, wenn Du heute eine Million Britische Pfund in bar erhalten würdest?” – das wurden 1.143 Waliser Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren von Forschern des Wales Institute of Social and Economic Research gefragt. Die Antworten sind eindeutig: 36,3% der befragten Schüler würden das Geld für sich ausgeben; 13,9% würden ...

BWL: Schweigen und Führen?

Die Literatur, die sich mit Führung und Führungstilen befasst, gemeinhin auch in Deutschland als Leadership-Forschung bezeichnet, ist über die letzten Jahrzente vom charismatischen oder transformationalen Führer beherrscht worden, der, wie Bass schreibt, sich durch folgende Fähigkeiten auszeichnet: „Transformational leadership refers to the leader moving the follower beyond immediate self-interest. … It elevates the follower’s level ...

Statistik und empirische Sozialforschung leicht gemacht

Vor allem für Sozialwissenschaftler ist Statistik immer noch einer der Angstgegner. Formeln, Berechnungen, kaum überschaubare Algorithmen, die bestimmten Analyseverfahren zu Grunde liegen und Probleme damit, wie Ergebnisse zu interpretieren sind, beschreiben, was den Angstgegner im Kern ausmacht. Dabei ist die Berechnung von Mittelwert und Standardabweichung ein Leichtes. Dabei ist der Aufbau und die Logik statischer ...

Management: Die Wiederentdeckung der Ambivalenz

Bislang herrscht in Management-Theorien eine positive Eindimensionalität: Zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser, verbessern das Betriebsklima, sind glücklich und wirken sich positiv auf das Betriebsergebnis aus. Zufriedene Kunden machen kostenlos und per Word-of-Mouth Werbung und vor allem: zufriedene Kunden können zu loyalen Kunden werden, die wiederkommen und gegen Abwerbeversuche der Konkurrenz resistent sind. Eine Sonderausgabe der Human Relations ...

Ökonomie: Anreize zur Aufnahme eines Arbeitsplatzes

Eine Grundannahme, die mit der Idee freier Märkte und entsprechend auch mit Arbeitsmärkten verbunden ist, lautet: Marktteilnehmer sind keinen Beschränkungen unterworfen. Übertragen auf den Arbeitsmakt heißt das z.B.: Wenn an einem Ort A Arbeitslosigkeit herrscht, und an Ort B ein Überangebot an Arbeit vorhanden ist, dann wird ein Anbieter von Arbeit, der in A lebt, nach ...

Sozialwissenschaften: Das Happiness-Gen

Im Gericht spricht man von “circumstantial evidence, wenn eine Verurteilung auf einer indirekten Beweisführung basiert. In den Sozialwissenschaften ergibt sich die Notwendigkeit zu indirekter Beweisführung in der Regel aus Korrelationen, die gefunden werden. Eine solche Korrelation berichten Eugenio Proto und Andrew J. Oswald in einem grauen Papier, das im Institut für Arbeitsforschung in Bonn veröffentlicht wurde. ...