Empirische Sozialforschung: Indikatoren

Empirische Sozialforschung: Indikatoren
Die meisten Konzepte, die sich in den Sozialwissenschaften finden, Rechtsextremismus, Ungleichheit, Gerechtigkeit, Rassismus kann man nicht direkt beobachten. Sie sind latente Konstrukte, die  über beobachtbare Indikatoren gemessen werden müssen. Entsprechend ist eine Messung immer nur so gut, wie der Indikator, der dafür benutzt wurde. Eines der wenigen Lehrbücher zu den Methoden der empirischen Sozialforschung, in ...

Soziotechnics – Sozialtechnologie

Wenn es um die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Sozialwissenschaften geht, dann stellen sich in der Regel ethische Fragen, die unter dem Stichwort “Sozialtechnologie” diskutiert werden, z.B. wenn es darum geht, Menschen in die Organspende zu “nudgen” oder dazu zu bewegen, die richtige Wärmedämmung zu installieren. Was relativ wenig bekannt ist, ist dass es eine ...

Pädagogik: Schulqualität und Schulkultur

Pädagogik: Schulqualität und Schulkultur
Schon in den 1970er Jahren hat Helmut Fend eine Reihe richtungsweisender Studien durchgeführt, um die Determinanten von Schulqualität herauszuarbeiten. Im Zuge seiner Arbeit hat er das Konzept der Schulkultur entwickelt. Schulkultur entsteht aus dem Zusammenwirken von Lehrern, Eltern und Schülern. Dass an Schulleistungen neben Eltern und Schülern auch Lehrer beteiligt sind, ist ein Umstand, der ...

Politikwissenschaft: Eigen- und Gemeinwohl

Politikwissenschaft: Eigen- und Gemeinwohl
In Parteien vereint sich ein Widerspruch, der seit in Mancur Olson besprochen hat, weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Parteien behaupten von sich, dem Gemeinwohl zu dienen, Mitglieder von Parteien werden durch ein gemeinsames Interesse vereint, das sie ebenfalls als Gemeinwohl bezeichnen. Dennoch hat jedes Mitglied in einer Partei ein Individualinteresse. Wie die drei ...

Geschichte: Deutsche Kriegsziele im Ersten Weltkrieg

Kaum ein Buch hat die Zunft der Historiker so in Aufregung versetzt, wie das Buch “Griff nach der Weltmacht” von Fritz Fischer. Darin entwickelt Fischer die Hypothese, dass der Erste Weltkrieg von Deutschland mit dem Ziel vom Zaun gebrochen wurde, sich als Mittelmacht zu etablieren, deren Staatsgebiet zum einen weit in den Osten reicht und ...

Ökonomie: Government Failure (Staatsversagen)

Vom Marktversagen, Market Failure, hat jeder schon gehört. Tatsächlich ist es fast durchgängig in ökonomischen Konzepten und im öffentlichen Diskurs präsent – als Rechtfertigung für den Eingriff des Staates. Der Eingriff von Staaten birgt indes eine Gefahr, die nicht so prominent thematisiert wird, das Staatsversagen, Government Failure, das Anthony de Jasay systematisiert hat: “Taking it ...

Statistik-Kniffe: Prüfung des Regressionskoeffizienten

Statistik ist der Angsgegner vieler Studenten der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Statistik ist auch der Angstgegner vieler Dozenten, wie man daran sehen kann, dass quantitative Verfahren immer mehr durch qualitative Verfahren der Datenerhebung und -interpretation abgelehnt werden. Dabei ist Statistik kein Hexenwerk, und man kann sich sein Leben durch ein paar Kniffe und Tricks regelmäßig viel leichter ...

Bildungsforschung: Sprachcodes und Sozialstruktur

Einer der ersten Ansätze, mit denen versucht werden sollte, soziale Ungleichheit bei der Bildung zu erklären, stammt von Basil Bernstein und ist Teil seiner umfassenderen Arbeit über Class, Codes und Control. Am bekanntesten dürfte dabei die Unterscheidung zwischen restringierten und elaborierten Sprachcodes sein, die Bernstein auf der einen Seite zur Ursache von Bildungserfolg erklärt, auf ...

Empirische Sozialforschung: Repräsentativität durch Zufallsauswahl

Empirische Sozialforschung: Repräsentativität durch Zufallsauswahl
Das Konzept der Repräsentativität geistert immer dann durch die Medien, wenn die Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts thematisiert wird. Letztere reklamieren in der Regel für ihre Ergebnisse Repräsentativität. Doch wann liegt, technisch besehen, Repräsentativität vor? Was sind ihre Voraussetzungen und warum kann Repräsentativität nur durch eine Zufallsauswahl sichergestellt werden? Helmut Kromrey hat die Antwort: “Für Wahrscheinlichkeitsauswahlen (im ...

Soziologie: Ist Scheidung vererbbar?

Soziologie: Ist Scheidung vererbbar?
Die intergenerationale Scheidungstransmission, also die Frage, ob eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich scheiden zu lassen, über Generationen hinweg von Scheidungseltern an ihre Kinder weitergegeben, ist eine der spannenden soziologischen Fragen und eine der wenigen, die umfassend bearbeitet wurde. Heike Diefenbach hat die Frage danach, ob und warum Kinder geschiedener Eltern sich selbst häufiger scheiden lassen als ...