Grundlagen der empirischen Sozialforschung: Die nominelle und die operationelle Definition von Begriffen

Schaut man in eine beliebige Zeitung oder Zeitschrift, so stellt man schnell fest, dass es zu jedem beliebigen Thema und jedem beliebigen Zusammenhang Studien, ja, eine regelrechte „Studieninflation“, gibt. Man gewinnt den Eindruck, dass empirische Sozialforschung einfach ist und jeder einfach einmal eine Befragung zu einem Thema oder einem Zusammenhang, das/der ihn interessiert, durchführen kann. ...

Gesundheitswissenschaften: Alternativen zur medikamentösen Behandlung der Symptome von ADHS

Bereits im Jahr 1890 hat W. James ein „deficit of inhibitory control“ identifiziert, und im Jahr 1932 führten Kramer und Pollnow die Bezeichnung „Hyperkinetic Syndrom“ ein. Eine spezifische Verhaltensstörung mit dem Titel „Hyperkinectic Disorder of Childhood“ wurde im Jahr 1957 identifiziert, und in die Internationale Klassifikation der Krankheiten wurde ADHS erstmals im Jahr 1974 aufgenommen ...

Maslow: Die Theorie der menschlichen Motivation und die Bedürfnispyramide

Die sogenannte Bedürfnispyramide ist ein Modell, in dem menschliche Bedürfnisse in eine fünf Stufen umfassende Hierarchie gebracht werden. Sie wurde von dem amerikanischen Psychologen Abraham H. Maslow in den 1940er- und 1950er-Jahren entwickelt. Die Basis der Pyramide bilden physiologische Bedürfnissse nach Wärme, Wasser, Nahrung und Ruhe. Auf der zweiten Stufe verortet Maslow das Bedürfnis nach ...

Taguieff: Rassismus als Ideologie

In der “Macht des Vorurteils” entwickelt Pierre-André Taguieff u.a. eine detaillierte Konzeptionalisierung von Rassismus, u.a. als Ideologie. In Zeiten, in denen jeder das Wort “Rassismus” im Mund führt, und nur die wenigsten genau angeben können, was sie mit Rassismus eigentlich meinen, ist es sinnvoll, an die Bedeutung eines wissenschaftlichen Konzepts zu erinnern, das in keiner Weise ...

Homans: Regeln der Theoriebildung

Was viele nicht mehr wissen, George Caspar Homans hat nicht nur eine Theorie der sozialen Gruppe aufgestellt, er hat auch Regeln der Theoriebildung benannt, und zwar die folgenden: Beachte zuerst das Augenscheinliche, das Vertraute, das Alltägliche. In einer Wissenschaft, die ihre Fundamente noch nicht gelegt hat, sind dies die Dinge, bei denen sich eine Untersuchung ...

Soziale Handlungssysteme

Soziale Handlungssysteme
Talcott Parsons hat in “The Structure of Social Action” eine Beschreibung der Bestandteile sozialer Handlungssysteme vorgenommen, die einstmal sehr einflussreich gewesen ist. Eine interessante Wendung hat die Parsonsche Inventarliste sozialer Handlungssituationen bei Harold Garfinkel gefunden, dessen Buch man auch die beste Zusammenstellung des Parsonschen Konzepts entnehmen kann: “One of the central claims of The Structure ...

Politikwissenschaft: Autoritäre Persönlichkeit

Politikwissenschaft: Autoritäre Persönlichkeit
Die Autoritäre Persönlichkeit, die Adorno, Levinson, Sanford und Frenkel-Brunswick im Jahre 1950 veröffentlicht haben, ist zu einem klassiker der empirischen Sozialforschung geworden, auf den immer gerne Bezug genommen und aus dem immer gerne zitiert wird, in der Regel mit Bezug auf die F-Skala, die zur Messung von Faschismus entwickelt wurde. Dass die F-Skala sich aus ...

Psychologie: Persönlichkeit und Gehorsam

Psychologie: Persönlichkeit und Gehorsam
Mehr als 50 Jahre ist es her, dass Stanley Milgram sich der Frage gewidmet hat, was Menschen dazu bringt, sich einer Autorität unterzuordnen und im Auftrag dieser Autorität anderen zu schaden. Das Experiment, das u.a. zum Ziel hatte, das zu erklären, was als Drittes Reich in die Geschichte eingegangen ist, hat zum Teil erschreckende Ergebnisse ...

Sozialpädagogik: Totale Institutionen

Sozialpädagogik: Totale Institutionen
Das Konzept der totalen Institutionen wurde von dem englischen Soziologen Erving Goffman im Zusammenhang mit seiner teilnehmenden Beobachtung des Alltagslebens im St. Elizabeth Hospital in Washington D.C. entwickelt. Die Ergebnisse seiner Studie hat er im Jahr 1961 in seinem Buch „Asylums: Essays on the Social Situation of Mental Patients and Other Inmates“ veröffentlicht. (Das Buch ...

Sozialpsychologie: Kontakthypothese

Sozialpsychologie: Kontakthypothese
Die Kontakthypothese wird häufig wie folgt – hier nach dem DORSCH-Lexikon der Psychologie – beschrieben: „[D]ie K[ontakthypothese] wurde 1954 von G. Allport entwickelt und besagt, dass häufiger Kontakt zu Mitgliedern anderer Gruppen … die Vorurteile gegenüber diesen Gruppen reduziert.“ Dies ist ungefähr richtig, aber nur ungefähr, denn tatsächlich ist die Kontakthypothese eng verbunden mit der ...