Geschichte: Deutsche Kriegsziele im Ersten Weltkrieg

Kaum ein Buch hat die Zunft der Historiker so in Aufregung versetzt, wie das Buch “Griff nach der Weltmacht” von Fritz Fischer. Darin entwickelt Fischer die Hypothese, dass der Erste Weltkrieg von Deutschland mit dem Ziel vom Zaun gebrochen wurde, sich als Mittelmacht zu etablieren, deren Staatsgebiet zum einen weit in den Osten reicht und ...

Management: Charismatische Führung

Kaum etwas hat die Managementlehre in so großer Vielfalt hervorgebracht, wie Führungsstile. Transformative, transaktionale, unterstützende, partizipative, charismatische, paternalistische Führungsstile, die Liste kann fast endlos fortgesetzt werden. Einer der neuesten Führungsstile am Managementhimmel ist der charismatische Führungsstil, der neuerdings in zwei Varianten beschrieben wird: Obviously, charismatic leadership rests on a problematic relationship between leader and follower. ...

Ökonomie: Government Failure (Staatsversagen)

Vom Marktversagen, Market Failure, hat jeder schon gehört. Tatsächlich ist es fast durchgängig in ökonomischen Konzepten und im öffentlichen Diskurs präsent – als Rechtfertigung für den Eingriff des Staates. Der Eingriff von Staaten birgt indes eine Gefahr, die nicht so prominent thematisiert wird, das Staatsversagen, Government Failure, das Anthony de Jasay systematisiert hat: “Taking it ...

Statistik-Kniffe: Prüfung des Regressionskoeffizienten

Statistik ist der Angsgegner vieler Studenten der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Statistik ist auch der Angstgegner vieler Dozenten, wie man daran sehen kann, dass quantitative Verfahren immer mehr durch qualitative Verfahren der Datenerhebung und -interpretation abgelehnt werden. Dabei ist Statistik kein Hexenwerk, und man kann sich sein Leben durch ein paar Kniffe und Tricks regelmäßig viel leichter ...

Bildungsforschung: Sprachcodes und Sozialstruktur

Einer der ersten Ansätze, mit denen versucht werden sollte, soziale Ungleichheit bei der Bildung zu erklären, stammt von Basil Bernstein und ist Teil seiner umfassenderen Arbeit über Class, Codes und Control. Am bekanntesten dürfte dabei die Unterscheidung zwischen restringierten und elaborierten Sprachcodes sein, die Bernstein auf der einen Seite zur Ursache von Bildungserfolg erklärt, auf ...

Empirische Sozialforschung: Repräsentativität durch Zufallsauswahl

Empirische Sozialforschung: Repräsentativität durch Zufallsauswahl
Das Konzept der Repräsentativität geistert immer dann durch die Medien, wenn die Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts thematisiert wird. Letztere reklamieren in der Regel für ihre Ergebnisse Repräsentativität. Doch wann liegt, technisch besehen, Repräsentativität vor? Was sind ihre Voraussetzungen und warum kann Repräsentativität nur durch eine Zufallsauswahl sichergestellt werden? Helmut Kromrey hat die Antwort: “Für Wahrscheinlichkeitsauswahlen (im ...

Soziologie: Ist Scheidung vererbbar?

Soziologie: Ist Scheidung vererbbar?
Die intergenerationale Scheidungstransmission, also die Frage, ob eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich scheiden zu lassen, über Generationen hinweg von Scheidungseltern an ihre Kinder weitergegeben, ist eine der spannenden soziologischen Fragen und eine der wenigen, die umfassend bearbeitet wurde. Heike Diefenbach hat die Frage danach, ob und warum Kinder geschiedener Eltern sich selbst häufiger scheiden lassen als ...

Spieltheorie: Zero-Sum und Mixed Games

Spieltheorie: Zero-Sum und Mixed Games
Bis Thomas C. Shelling seine Arbeiten zur “Strategy of Conflict” veröffentlicht hat, waren Zero-Sum-Games das beherrschende Motiv in der Spieltheorie, also Spiele, bei denen des einen Verlust des anderen Gewinn war. Shelling kommt das Verdienst zu, auf die Bedeutung gemischter Spiele, von Kooperationsspielen in Besonderen und Spielen gegenseitiger Abhängigkeit hingewiesen zu haben. “On the strategy of ...

Durkheim: Soziologische Tatbestände

Die Soziologie, so hat sie Emile Durkheim definiert, ist die Wissenschaft der soziologischen Tatbestände. Die Erklärung und das Verstehen soziologischer Tatbestände ist entsprechend die Aufgabe, deren sich die Soziologie widmen muss. Nun stellt sich die Frage, was unter einem soziologischen Tatbestand zu verstehen ist bzw. wie Durkheim “soziologische Tatbestände” definiert. Er tut dies in seiner Monographie “Die Regeln der ...

Ökonomie: Intertemporale Konsumentenentscheidungen

Die Vorhersage von Konsumentenentscheidungen oder deren Modellierung basiert bekanntlich auf Präferenzen. Nun stellt sich die Frage, ob und wenn ja, wie und aus welchem Grund sich Präferenzen zwischen zwei Zeitpunkten verändern können, anders formuliert, wenn ein Konsument zum Zeitpunkt t0 eine Präferenz für ein blaues t-Shirt hat, hat er dann zum Zeitpunkt t1 dieselbe Präferenz ...