Qualitative Sozialforschung: Die Sprache der Messung

Qualitative Sozialforschung hat zuweilen etwas willkürliches und manche, die sie betreiben, sind offenkundig der Ansicht, dass “anything goes”, wenn es zur qualitativen Sozialforschung kommt. Dann brauche man keine Regeln, keine Methode, keine Theorie der Datenerhebung und keine Diskussion der Frage, wie man eigentlich im Rahmen qualitativer SOzialforschung mißt.

Diese Forstellungen stehen in einem drastischen Gegensatz zu den Anfängen der qualitativen Sozialforschung, wie sie z.B. im Rahmen der Ethnomethodologie betrieben wird. Aaron V. Cicourel hat ein Buch mit dem Titel “Methode und Messung in der Soziologie” geschrieben, das die Grundlagen qualitativer Sozialforschung legt und diskutiert. Die Antworten, die Cicourel auf die Frage: “Wie geht qualitative Sozialforschung?” gibt, wird so manchen, der heute qualitative Sozialforschung betreibt, überraschen.

“Die derzeitigen Meßsysteme haben ihre Grundlagen in formaler Logik, Mengenlehre und Folgerungen daraus. … Hier werde ich auf ein paar elementare Eigenschaften von Messungssystemen zu sprechen kommen, um zu veranschaulichen, wie unsere Beschreibung und Erforschung sozialer Ereignisse von der Sprache der Messung beeinflusst werden.

[…]

  1. Wenn wir Lehrsätze entwickeln wollen, die den Arten entsprechen würden, in denen die handelnden Personen ihre täglichen Angelegenheiten bewältigen (d.h. die Regeln und Werte, die ihr Verhalten bestimmen, die Prozesse, welche die Übernahme der Rolle des anderen involvieren, und die Definition der Situation), dann müssen wir zeigen, dass die drei Eigenschaften, die logische Äquivalenz definieren (Reflexivität, Symmetrie und Transitivität), auf die alltäglichen sozialen Beziehungen anwendbar sind, ohne ihren theoretischen und substantiellen Sinn zu entstellen.
  2. Unsere Theorien sollten die logischen Eigenschaften erzeugen, die vermutlich mit logischen Äquivalenzklassen übereinstimmen können. Die Kategorien, die wir zur Klassifizierung der empirischen Eigenschaften unserer konstruierten Handelnden benutzen, sind begrenzte (in bezug auf endliche alles-oder-nichts-deterministische) Werte, die sie annehmen können. Die logischen Eigenschaften, die als auf Konzeptionen und Daten anwendbar angenommen und ihnen auferlegt werden, definieren die Grenzen des ‘Wahrheitswertes’ oder die Signifikanz einer gegebenen Eigenschaft, die dem Handelnden zuschreibbar ist.
  3. Die drei für Äquivalenz notwendigen Gesetze determinieren die Bedingungen, unter denen es uns erlaubt sein kann zu zählen. […]
  4. Aber die drei Annahmen für Äquivalenz stellen den temporären Charakter soziokultureller Objekte und Ereignisse nicht in Rechnung. […]
  5. Definitionen, Zählungen, Messungen der Anzahl von Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen, Scheidungen, Verbrechen eines bestimmten Typs setzen alle die drei logischen, für Äquivalenzklassen notwendigen Annahmen voraus, und diese logischen Beziehungen werden in dem offiziellen Registrieren einer Menge von sozialen Handlungen, die unter eine soziolegale Kategorie subsumiert sind, vorausgesetzt. […]
  6. Aber die Ereignisse und Objekte, die in soziolegalen Kategorien gezählt werden, sind zusammengesetzte Aussagen in dem Sinne, das nicht alle Elemente in ihrer zusammengestellten Form identisch sind, d.h. den gleichen Wahrheitswert haben, und dies gilt insbesondere für Eheschließungen, Scheidungen und einige Verbrechen. Es ist eine Tatsache, dass wir jede Eheschließung, Scheidung und einige Verbrechen unter begrenzten Bedingungen als äquivalent behandeln können, wenn auch viele den theoretischen und substantiellen Nutzen bestimmter Kombinationen oder Gruppierungen infrage stellen würden. Die Soziologen erkennen klar, dass eine zweiwertige Logik inadäquat ist. Sie beginnen zu fragen, ob das Alter der Paare oder Missetäter unterschiedlich ist. Gibt es Unterschiede in der Religion, Beschäftigung, Erziehung und so weiter? Diese zusätzlichen Fragen qualifizieren die anfängliche Äquivalenzbeziehung, die dadurch verhängt wurde, dass man jede Scheidung oder Eheschließung oder jedes Verbrechen für die Zählzwecke in soziolegalen Handlungen als identisch behandelte. Aber ohne explizitere theoretische und substantielle Ideen zur Leitung unserer Handlungen zwingt uns die Sprache der Messung, Äquivalenzklassen in Anspruch zu nehmen, die unsere Ideen und willkürliche Ergebnisse konkretisieren oder entstellen können” (Cicourel, Methode und Messung in der Soziologie, S.45-47).

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