Qualitative Sozialforschung: Validität

Ein Problem, das sich mit qualitativer Sozialforschung verbindet, ist die Frage der Validität. Qualitative Sozialforschung hat die Strukturierung und Interpretation von Textmaterial zum Gegenstand. Die Frage, die sich somit stellt lautet: Wird die Interpretation durch das Textmaterial gestützt oder nicht?

Um zumindest zu versuchen, eine Antwort auf diese Frage zu geben, gibt es eine Reihe von Ansätzen, um die Validität der Messung zu bestimmen. Eine dieser Methoden, die jedoch selten angewendet wird, wird von Flick als “kommunikative Validierung” bezeichnet. Dabei werden letztlich die Interviewten danach gefragt, ob die Interpretation, die ein Forscher auf Grundlage ihres Interviews vorgenommen hat, ihr Einverständnis findet. Dies mag ein Grund dafür sein, warum diese Methode so selten angewendet wird.

“Eine weitere Möglichkeit der Bestimmung von Validität zielt auf die Einbeziehung der Akteure – der untersuchten Subjekte oder Gruppen – in den weiteren Forschungsprozess. Einen Weg hierzu bietet die Einführung kommunikativer Validierung in einem zweiten Termin nach Abschluss des Interviews und der Transkription (…). Der Gewinn an Authentizität liegt hier darin, dass einerseits die inhaltliche Zustimmung des befragten Subjekts zu seinen Aussagen eingeholt wird. Andererseits nimmt das Subjekt die Strukturierung der Aussagem im Sinne der gesuchten komplexen Zusammenhänge (…) selbst vor.

Für eine allgemeine Anwendung solcher Strategien sind zwei Fragen noch nicht befriedigend beantwortet: (1) Wie ist das methodische Vorgehen beid er kommunikativen Validierung zu gestalten, damit es den untersuchten Sachverhalten und der Sicht der Subjekte tatsächlich gerecht wird? (2) Wie lässt sich jenseits der Zustimmung der Subjekte die Frage der Geltungsbegründung weitergehend beantworten? Einen Weg bietet hier die allgemeine Validierung der Rekonstruktionen im klassischen Sinn (…).” (Flick, Qualitative Sozialforschung, S.495)