Linguistik: Sprache als Gegenstand

Gegenstand der Linguistik ist die Untersuchung und Beschreibung von Sprache. Im Gegensatz zur Psychologie liegt das Augenmerk dabei nicht auf der Frage, wie Menschen Sprache verarbeiten, sondern auf der Frage, welche Struktur die Sprache, die Menschen benutzen, aufweist.

Beispiel einer Phrasenstruktur

Den Ausgangspunkt dieser Untersuchung bilden die Konzepte der Produktivität und der Regelhaftigkeit. Produktivität beschreibt die Tatsache, dass Sprachen eine unbegrenzte Menge von Aussagen zulassen. Regelhaftigkeit trägt der Tatsache Rechnung, dass Sprache letztlich eine gewisse Systematik aufweisen muss, um der Verständigung dienen zu können. Die Produktivität und die Regelhaftigkeit stehen sich also in gewisser Weise gegenüber, zwischen beiden vermittelt ein Regelsystem: Die Grammatik.

Grammatik dient dazu, die Menge der korrekt geformten Sätze einer Sprache zu bestimmen und nicht korrekt geformte Sätze aus der Sprache auszuschließen. Eine Grammatik setzt sich aus drei Klassen von Regeln zusammen: Syntax, Semantik und Phonologie.

Die Syntax bezieht sich auf die Stellung der Worte und deren Flexion. Im Deutschen sorgt die Syntax z.B. dazu, dass die meisten den Satz “Die Mensch ist frei geboren” als fehlerhaft erkennen.

Über die Semantik wird die Bedeutung von Sätzen geregelt. Die Semantik ist dafür verantwortlich, dass Sätze wie “Farblose grüne Ideen schlafen vehement” als Verstoß gegen die Regeln der Sprache identifiziert werden können.

Schließlich hat die Phonologie die richtige Aussprache von Sätzen zum Gegenstand. Sätze können syntaktisch und semantisch korrekt sein, aber falsch ausgesprochen (z.B. betont) werden.