Finanzwirtschaft: Portfoliotheorie

Wie kann man sich dagegen versichern, dass Anlagen in Aktien oder Staatsobligationen oder in Währungen, vielleicht auch in Commodities, im Wert fallen? Eine nicht ganz unberechtigte Frage angesichts von Finanzkrisen und Börsencrashs. Eine Antwort auf diese Frage hat Harold Markowitz bereits in den 1960er Jahren gegeben: Streuung.

Seine Idee besteht darin, zwei Sicherheitsebenen einzuführen: Auf der ersten Ebene werden Anlagen in einem Portfolio so gestreut, dass sich das mit ihnen verbundene Risiko reduziert, also z.B. Anlagen mit hohem Risiko, Aktien, werden mit Anlagen kombiniert, die ein geringes Risiko aufweisen, z.B. Staatsobligationen. Auf der zweiten Ebene werden Anlagen, die sich gegenläufig entwickeln, kombiniert. Fallen die Aktienkurse, dann steigen in der Regel Commodities wie Gold im Preis. Ein Investor, der sich gegen Risiken, wie sie mit Investitionen verbunden sind, die sich gleich entwickeln, wird entsprechend auch in gegenläufige Anlagen investieren.

Die Kunst besteht nun darin, ein effizientes Portfolio zusammenzustellen, also eines, das durch eine den Risikopräferenzen eines Investors entsprechende Inteferenzkurve beschrieben werden kann:

„In selecting portfolios, an investor seeks to maximize the expected portfolio return given his tolerance for risk. Alternatively stated, an investor seeks to minimize the risk that he is exposed to given some target expected return“ (Fabozzi, Frank, J., Markowitz, Harry M. & Gupta, Francis, 2008a: Portfolio Selection. In: Fabozzi, Frank J & Markowitz, Harry M. (eds.): The Theory and Practice of Investment Management. New York: Wiley, p.19).

Zur Bestimmung des effizienten Portfolios ist es somit notwendig, drei Größen zu bestimmen:

  • die Rendite (z.B. einer Aktie oder einer Anleihe) für eine bestimmte Periode;
  • die erwartete Rendite (z.B. einer Aktie oder einer Anleihe) für eine bestimmte Periode in der Zukunft;
  • das Risiko, das sich mit der entsprechenden Investition (in Aktie oder Anleihe) verbindet.