Prokrastination: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht (stets) auf morgen ….

Wir alle dürften schon einmal Dinge, die jetzt hätten getan werden müssen oder können, aufgeschoben haben, um sie irgendwann später zu erledigen. Tatsächlich schiebt man immer viele Dinge auf, einfach, weil es selten zu einem bestimmten Zeitpunkt nur eine einzige Sache zu erledigen gilt und man dann, wenn man sich dazu entscheidet, etwas bestimmtes zu tun, eine Vielzahl von anderen Dingen nicht tun kann. Diese Dinge werden also notwendigerweise aufgeschoben. Dinge aufzuschieben liegt also in der Natur der Sache: der Tag hat nur 24 Stunden, und man kann nicht alles Mögliche gleichzeitig erledigen.

Wenn sich die Sozialpsychologie dennoch mit dem Aufschieben von Arbeiten oder Erledigungen beschäftigt, dann tut sie dies mit Bezug auf “… habituelles, chronisches Aufschieben … im Unterschied zu situativ bestimmtem, vereinzelt auftretendem Aufschieben, welches viele Menschen von sich in geringerer Ausprägung kennen” (Rist et al. 2011: 218). Dieses habituelle, chronische Aufschieben von Arbeiten oder Erledigungen wird in der Sozialpsychologie als Prokrastination bezeichnet. Entscheidend für die Definition von Prokrastination ist darüber hinaus, ob der Aufschub planvoll erfolgt, also aus guten Gründen auf einen bestimmten Zeitpunkt verschoben wird (zu dem die Arbeit dann auch getan wird) oder nicht. Nur im letzten Fall handelt es sich um Prokrastination im engeren, sozialpsychologisch relevanten Sinn. Prokrastination hat zwei Erscheinungsformen: In der ersten Form werden Dinge, die zur Erledigung anstehen, erst gar nicht begonnen, im zweiten werden bereits begonnene Arbeiten oder Erledigungen nicht zu Ende geführt, sondern die Weiterarbeit an ihnen oder deren Beendigung immer wieder aufgeschoben (Díaz-Morales, Ferrari & Díaz 2006: 629).

Hier endet die weitgehende Einigkeit von Sozialpsychologen mit Bezug auf Prokrastination. Uneinigkeit besteht u.a. darüber, ob Prokrastination eine Verhaltensweise ist, die (hauptsächlich) mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen verbunden ist (Schouwenburg & Lay 1995: 481) , ob sie individuell verschiedener Definitionen der Situation oder der Wichtigkeit von Arbeiten oder Erledigungen geschuldet ist (Schouwenburg & Groenewoud 2001: 230) oder ob sie ein Ergebnis einer mangelhaften Selbststeuerungsfähigkeit ist (Dewitte und Lens 2000: 733).

Uneinigkeit besteht auch darüber, inwieweit Prokrastination als “… habituelles, chronisches Aufschieben“ überhaupt nennenswert problematisch ist oder unter welchen Umständen es nennenswert problematisch ist. So sind einige Autoren der Meinung, dass es Prokrastination so lange gegeben habe wie es Menschen gegeben habe, sie aber erst in der Moderne als ein problematisches Verhalten und als Pathologie betrachtet wird, weil in der Moderne die pünktliche Erledigung von Arbeiten eine vorher nicht gekannte Wichtigkeit erlangt habe, während andere Autoren meinen, dass Prokrastination nicht erst in der modernen Gesellschaft als ein problematisches, sogar pathologisches, Verhalten „entdeckt“ worden sei (Ferrari, Johnson & McCown 1995: 5-6).

Wie dem auch sei; fest steht, dass Prokrastination in der Gesellschaft, in der wir leben, tatsächlich zu großen Problemen führen kann, sei es in Teamarbeit oder in Einzelarbeit. Um ihr entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass man ihre Ursachen feststellt bzw. die Umstände, unter denen sie auftritt. Die Forschung hierüber ist bislang, besonders in Deutschland, noch lückenhaft.

Literatur:

Dewitte, Siegfried., & Lens, Willy, 2000: Exploring Volitional Problems in Procrastinators. International Journal of Educational Research, 33(7-8): 733–750.

Díaz-Morales, Juan Francisco, Ferrari, Joseph R. & Díaz, Doris Argumedo Karem, 2006: Procrastination and Demographic Characteristics in Spanish Adults: Further Evidence.

Ferrari, Joseph R., Johnson, Judith L. & McCown, William and Associates, 1995: Procrastination and Task Avoidance: Theory, Research, and Treatment. New York: Plenum.

Rist, Fred, Pedersen, Anya, Höcker, Anna & Engberding, Margarita, 2011: Pathologisches Aufschieben und die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. In: Wilms, Bettina, Kirsch, Peter & Ballaschke (Hrsg.): Psychotherapie im Dialog: ADHS bei Erwachsenen. Stuttgart: Thieme, S. 217-220.

Schouwenburg, Henri C. & Groenewoud, Jan Tjeerd 2001: Study Motivation Under Social Temptation: Effects of Trait Procrastination. Personality and Individual Difference 30(2): 229-240.

Schouwenburg, Henri C., & Lay, Clarry H., 1995: Trait Procrastination and the Big Five Factors of Personality. Personality and Individual Differences, 18(4): 481-490.

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