Empirische Sozialforschung: Indikatoren

Die meisten Konzepte, die sich in den Sozialwissenschaften finden, Rechtsextremismus, Ungleichheit, Gerechtigkeit, Rassismus kann man nicht direkt beobachten. Sie sind latente Konstrukte, die  über beobachtbare Indikatoren gemessen werden müssen. Entsprechend ist eine Messung immer nur so gut, wie der Indikator, der dafür benutzt wurde. Eines der wenigen Lehrbücher zu den Methoden der empirischen Sozialforschung, in dem eine Typologie der Indikatoren enthalten ist, ist die von Renate Mayntz, Kurt Holm und Peter Hübner verfasste “Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung”.

Darin findet sich die folgende Passage:

“Die Indikatoren lassen sich nach ihrer Beziehung zu der theoretisch definierten (d.h. noch nicht operationalisierten) Merkmalsdimension, die sie identifizieren sollen, unterscheiden:

  1. Definitorische Indikatoren; als solche gelten Indikatoren, durch die die zu untersuchende Merkmalsdimension selbst definiert wird.
  2. Korrelative Indikatoren
    1. interne korrelative Indikatoren; sie korrelieren als Teil des Definiens der theoretisch definierten Merkmalsdimension mit den übrigen Komponenten dieser Dimension;
    2. externe korrelative Indikatoren; sie sind nicht Teil des Definiens der theoretisch definierten Merkmalsdimension, korrelieren jedoch empirisch mit ihr;
  3. Schlußfolgernde Indikatoren; als solche gelten Indikatoren, mit denen auf Merkmalsausprägungen direkter Beobachtung nicht zugänglicher Merkmalsdimensionen gefolgert werden kann;” (Mayntz et al., Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung, S.40).