Soziologie: Ist Scheidung vererbbar?

Die intergenerationale Scheidungstransmission, also die Frage, ob eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich scheiden zu lassen, über Generationen hinweg von Scheidungseltern an ihre Kinder weitergegeben, ist eine der spannenden soziologischen Fragen und eine der wenigen, die umfassend bearbeitet wurde.

Heike Diefenbach hat die Frage danach, ob und warum Kinder geschiedener Eltern sich selbst häufiger scheiden lassen als Kinder nicht-geschiedener Eltern umfassen untersucht und ist dabei zu folgendem Ergebnis gekommen:

“Anhand deskriptiver Analysen von Sterbetafeln konnte zunächst die Existenz eines positiven Zusammenhangs zwischen Ehescheidung in der Elterngeneration und Ehescheidung in der Kindgeneration bestätigt werden, und zwar für beide Geschlechter. Intergenerationale Scheidungstransmission in Deutschland ist also kein geschlechtsspezifischer Zusammenhang. Darüber hinaus konnte im Rahmen der vorliegenden Arbeit erstmals für Deutschland gezeigt werden, dass das Scheidungsrisiko von Ehen, an denen Partner beteiligt sind, die beide in ihrer Kindheit oder Jugend die Scheidung ihrer Eltern erlebt haben, gegenüber Ehen, an denen ‘nur’ ein Partner mit der entsprechenden Erfahrung beteiligt ist, erhöht ist.

[…]

Im einzelnen zeigt sich bei dieser Analyse, dass das Scheidungsrisiko von Kindern geschiedener Eltern dadurch erhöht wird, dass sie einen Partner heiraten, der bereits vorher verheiratet war, sich nicht kirchlich trauen lassen, keine mit ihrem Partner gemeinsamen Kinder haben, kein mit ihrem Partner gemeinsames Wohneigentum haben und dass im Verlauf der Ehe (mindestens) eine außergewöhnliche Belastung auftritt.

[…]

Dementsprechend nehmen Erklärungen intergenerationaler Scheidungstransmission, die auf die Qualität der Partnerwahl von Kindern geschiedener Eltern abstellen, zwar Bezug auf die Gründe, die diese Kinder haben könnten, Partner zu wählen, die bestimmte das Scheidungsrisiko erhöhende Merkmale tragen, jedoch wird die Scheidung bzw. das Scheidungsrisiko iin der empirischen Prüfung der Erklärung nicht durch die Gründe erklärt, sondern eben durch die Merkmale des Partners. Kinder geschiedener Eltern könnten nicht deshalb einem erhöhten Scheidungsrisiko ausgesetzt sein, weil durch die elterliche Scheidung Defizite entstehen, die bei diesen Kindern dazu führen, das ssie suboptimale Partner wählen. Vielmehr könnten Kinder geschiedener Eltern ihrerseits als suboptimale Partner angesehen werden, die von Personen gewählt werden, die sich entweder keine Chance auf einen ‘besseren’ Partner ausrechnen oder die gegenüber Kindern geschiedener Eltern weniger vorurteilsbehaftet sind und ihnen daher ‘aufgeschlossener’ begegnen. Mit dieser Aufgeschlossenheit gehen möglicherweise schwächere religiöse Bindungen, eine schwächere Bindung an die Ehe oder permissive Einstellungen zur Ehescheidung einher. Im Extremfall würde das Scheidungsrisiko von Kindern geschiedener Eltern besser durch die Merkmale der Ehepartner erklärt als durch die eigenen Merkmale. In etwas provozierender Formulierung lässt sich daher die Hypothese aufstellen, dass die erlterliche Scheidung für ein Kind lediglich insofern langfristige Folgen hat als es von da an für den Rest seines Lebens mit dem Merkmal ein Kind geschiedener Eltern zu sein, ausgestattet ist.”

(Diefenbach, Intergenerationale Scheidungstransmission in Deutschland, S.268-276)

Herzlich Willkommen bei Ghostwriter-24!

Ghostwriter-24 ist ein besonderer Ghostwriter.

Alle Mitarbeiter von Ghostwriter-24 sind seit Jahren als Ghostwriter aktiv.

Wir sind Profis mit entsprechender Expertise.

Ca. 70% unserer Kunden kommen durch Empfehlungen zu uns

oder sind Stammkunden.

Bei Ghostwriter-24 haben Sie direkten Kontakt mit Ihrem Autor, kein Mittelsmann erschwert die Kommunikation.

Kontaktieren Sie uns, um die Vorteile von Ghostwriter-24 zu nutzen.

Einen Überblick über unser Leistungsangebot erhalten Sie hier oder

wenn Sie in unserem Blog vorbeischauen und die Breite der Themen,

die wir bearbeiten, genießen!