Maslow: Die Theorie der menschlichen Motivation und die Bedürfnispyramide

Die sogenannte Bedürfnispyramide ist ein Modell, in dem menschliche Bedürfnisse in eine fünf Stufen umfassende Hierarchie gebracht werden. Sie wurde von dem amerikanischen Psychologen Abraham H. Maslow in den 1940er- und 1950er-Jahren entwickelt. Die Basis der Pyramide bilden physiologische Bedürfnissse nach Wärme, Wasser, Nahrung und Ruhe. Auf der zweiten Stufe verortet Maslow das Bedürfnis nach Sicherheit. Gemeinsam bilden die Bedürfnisse auf den beiden ersten Stufen das, was Maslow Grundbedürfnisse nennt. Die dritte und vierte Stufe der Pyramide nehmen nach Maslow psychologische Bedürfnisse ein, und zwar die Bedürfnisse nach Freundschaft und intimen Beziehungen (auf Stufe 3) und nach Prestige oder Anerkennung und Erfolg bzw. dem Gefühl, etwas geleistet oder erreicht zu haben (Maslow 1954: 81-91). Die Spitze der Pyramide bildet nach Maslow das Bedürfniss nach „SELF-ACTUALIZATION“ (Maslow 1954: 91), was mit „Selbst-Aktualisierung“ vielleicht besser übersetzt ist als mit „Selbstverwirklichung“. Darunter versteht Maslow das Bedürfnis, das zu tun, was einem besonders liegt, wozu man sich besonders berufen oder talentiert fühlt.

Diese Bedürfnispyramide ist sehr bekannt. Sie wird häufig beschrieben oder angesprochen. Meistens bleibt dabei aber unbeachtet, dass Maslow die Bedürfnispyramide nicht um ihrer selbst willen formuliert hat, sondern das Modell der Bedürfnispyramide eingebettet ist in eine Theorie menschlicher Motivation: Die Grundaussage von Maslow ist, dass dann, wenn die Bedürfnisse eines Menschen auf einer Stufe erfüllt sind, das Handeln von Menschen durch die Bedürfnisse auf der nächsthöheren Stufe motiviert ist – daher die Anordnung der Bedürfnisse in Pyramidenform (Maslow 1954: 83).

Die Theorie menschlicher Motivation nach Maslow umfasst u.a. Hypothesen darüber, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Bedürfnisse überhaupt befriedigt werden können, und darüber, welche unbefriedigten Bedürfnisse am häufigsten zu Neurosen führen oder zu welchen speziellen Neurosen sie führen. Zum Beispiel ist Maslow der Auffassung, dass Zwangsneurosen am häufigsten auf unbefriedigte Sicherheitsbedürfnisse zurückgeführt werden können (Maslow 1954: 89). Weil der Psychologe Maslow nicht an menschlichen Bedürfnissen als solchen interessiert ist, sondern vor allem an den psychischen Folgen, wenn Bedürfnisse unbefriedigt bleiben, spielt das Bedürfnis nach Wissen und Verständnis in der Bedürfnispyramide keine Rolle, obwohl Maslow die Existenz eines solchen Bedürfnisses postuliert (Maslow 1954: 93). Unter der Überschrift “The DESIRES TO KNOW AND TO UNDERSTAND” schreibt er: „The main reason we know little about the cognitive impulses, their dynamics, or their pathology, is that they are not important in the clinic, …“ (Maslow 1954: 93).

Bezüglich der Voraussetzungen für die Bedürfnisbefriedigung hält Maslow fest „Such conditions as freedom to speak, freedom to do what one wishes so long as no harm is done to others, freedom to express one’s self, freedom to investigate and seek for information, freedom to defend one’s self, justice, fairness, honesty, orderliness in the group are examples of such preconditions for basic need satisfaction“ (Maslow 1954: 92).

Es wäre vorstellbar, dass man individuellen Freiheiten nicht als Voraussetzungen für die Bedürfnisbefriedigung betrachtet, und zwar schon für die Befriedigung der Grundbedürfnisse, wie Maslow das tut, sondern meint, ausreichend Nahrung, Wasser, Sicherheit und Zuwendung von anderen Menschen wären ihrerseits Voraussetzungen dafür, dass überhaupt ein Bedürfnis nach individuellen Freiheiten entsteht, wie es vielleicht durch Berthold Brecht in der Dreigoroschenoper nahegelegt wird („Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“). Maslow sieht das aber wie gesagt nicht so. Vielmehr sind individuelle Freiheiten für ihn von so grundlegender Wichtigkeit, dass er eine Gruppe von Menschen, in denen diese Freiheiten nicht gegeben sind, nicht für überlebensfähig hält, weil in ihr die Grundbedürfnisse der Menschen nicht erfüllt werden können. Was das für unsere moderne Gesellschaft heißt, in der der freien Rede mit Verweis auf politische Korrektheit oder „hate speech“ Schranken auferlegt werden, und Gerechtigkeitsprinzipien zugunsten von Gleichheit aufgegeben werden, kann man Maslow folgend leicht benennen: Grundbedürfnisse bleiben massenhaft unbefriedigt, Neurosen werden zu einer Massenerscheinung, und am Ende ist die soziale Gruppe nicht überlebensfähig.

Wie dem auch sei, es ist klar, dass die meisten Gründe, aus denen die Beschäftigung mit der Bedürfnispyramide nach Maslow interessant sein könnte, entfallen, wenn die Bedürfnispsyramide losgelöst aus ihrem weiteren Kontext der Theorie menschlicher Motivation dargestellt oder betrachtet wird – und das ist in der Literatur leider meistens der Fall.

Literatur:

Maslow, Abraham H., 1954: Motivation and Personality. New York: Harper & Row.

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