VWL: Nachfrageinflation

Nachfrageinflation (demand-pull inflation) entsteht in einer Situation hoher wirtschaftlichen Wachstums.[1] Die Nachfrage nach Waren und Diensten in einer Ökonomie übersteigt die Kapazitäten der entsprechenden Ökonomie. Dies führt zu steigenden Preisen und im Ende zu Inflation. Nachfrageinflation wird zuweilen über das inflationary gap beschrieben, also als Lücke, die bei angenommener Vollauslastung im Zeitverlauf zwischen den realisierbaren Steigerungen der Produktionskapazität und der korrespondierenden Steigerung der Nachfrage, entsteht.[2] Je größer die entstehende Lücke, desto höher die Inflation. Die Lücke kann über die gesamtwirtschaftliche Nachfragefunktion errechnet werden. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage (Y) setzt sich aus

  • der Konsumnachfrage (c),
  • den Investitionsausgaben privater Unternehmen (i),
  • den Ausgaben des Staates für Güter und Dienstleistungen (E) sowie
  • der Exportnachfrage (exd) und
  • den Importen (imd) zusammen.[3]

Dabei gilt:

(1)

Wie aus (1) deutlich wird, kann Nachfrageinflation als Ergebnis zu hoher Staatsausgaben enstehen (E) oder durch eine hohe Nachfrage nach Exporten quasi importiert werden.[4] Im ersten Fall finden die hohen Staatsausgaben über eine Erhöhung der Geldmenge oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ihren Weg in die Geldwertinstabilität, im zweiten Fall führen steigende Preise aufgrund einer hohen Nachfrage aus dem Ausland nach inländischen Gütern zunächst zu steigenden Löhnen in den entsprechenden Exportindustrien.[5] Die steigenden Preise schwappen sodann in andere Sektoren der Wirtschaft (contagion) und findet schließlich seinen Niederschlag in einem höheren Preisniveau.[6]

Maßnahmen gegen eine Nachfrageinflation zielen entsprechend auf eine Dämpfung der Nachfrage, was entweder durch eine Senkung der staatlichen Ausgaben, eine Erhöhung der Leitzinsen, um Investitionstätigkeiten, Konsum und somit Nachfrage zu reduzieren oder durch eine künstliche Erhöhung des Exportpreises über Exportzölle erreicht werden kann.[7]

[1]             Bontrup (2004), S.520-523.

[2]             Baumol & Blinder (2010), S.209-210.

[3]             Krugman & Obstfeld (2009), S.555.

[4]             Päzold (2008), S.156.

[5]             Blanchard & Illing (2009), S.238.

[6]             Der dargestellte Zusammenhang gilt nur für starre Wechselkurse, also z.B. für den Renminbi, der an den US-Dollar „gepegged“ ist. Flexible Wechselkurse federn die erhöhte Nachfrage nach Exportgütern über den Zustrom von Devisen, die wiederum am Devisenmarkt gehandelt werden und durch ein Überangebot an Devisen durch Exporteure zu einer Abwertung der entsprechenden Währung und einer Verteuerung der Exporte in das Ursprungsland der entsprechenden Währung führen, womit einer inländischen Nachfrageinflation wirkungsvoll begegnet wäre.

[7]             Mankiw (1999), S.398-400.

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