VWL: Klassischer Wirtschaftsliberalismus

Die Bedeutung von Begriffen geht im politischen Diskurs öfter einmal verloren. Der Diskurs wird dann zu einem Schlagabtausch, in dessen Verlauf sich die Kontrahenten Begriffe an den Kopf werfen, ohne dass sie oder ihre Zuhörer die Bedeutung der Begriffe darlegen könnten.

Deshalb: Wirtschaftsliberalismus

“Die Wirtschaftsordnung des klassischen Wirtschaftsliberalismus entsprach in ihren Anfängen dem marktwirtschaftlichen Modell noch am ehesten. […] Der Staat hatte im klassischen Wirtschaftsliberalismus nur eine untergeordnete Bedeutung (…). Seine Aufgaben beschränkten sich auf die Schaffung und Überwachung einer Rechtsordnung, die insbesondere die Vertragsfreiheit schützen sollte, auf die nationale Verteidigung und auf die Bereitstellung bestimmter öffentlicher Einrichtungen wie z.B. Straßen. In jedem Fall musste für alle Wirtschaftssubjekte die wirtschaftlichen Grundfreiheiten: Gewerbefreiheit, freier Wettbewerb und Freihandel gewährleistet sein.” (Hardes & Rahmeyer-Schmid, Volkswirtschaftslehre, S.28-29)

Was die Autoren übersehen ist, dass es dem Wirtschaftsliberalismus nicht um freien Wettbewerb als Kollektivgut geht, sondern darum, Wettbewerb unter gleichen Bedingungen zu gewährleisten, also auszuschließen, dass der Zugang zum Markt mit Privilegien oder Handicaps versehen wird.