Philosophie: Was ist ein Argument

Wissenschaft strebt nach Erkenntnis. Erkenntnis kann man als bewährte Aussagensysteme über die Realität operationalisieren, aus denen konkrete (singuläre) Sätze oder Vorhersagen über die Realität abgeleitet werden können, die an der Realität geprüft werden und an ihr scheitern können.

Insofern ist es für die Wissenschaft unabdingbar, dass wissenschaftliche Sätze in letzter Konsequenz prüfbar und falsifizierbar sind. Und sie müssen nachvollziehbar sein. Damit A prüfen kann, was B behauptet, muss B die Gründe, die für seine Behauptung sprechen, angeben, A muss das Argument von B nachvollziehen können und die Gründe, die B angibt, prüfen können.

Argumente sind somit zentral für die wissenschaftliche Erkenntnis.

“Wir werden Behauptungen so lange als unbegründet ansehen, bis Gründe zu ihrer Stützung tatsächlich angegeben worden sind, unabhängig davon, ob irgend jemand Gründe für sie hat oder nicht. … Ein Argument besteht aus mehr als nur einer Aussage. Ein Argument besteht aus einer Konklusion und den Gründen, die zu ihrer Stützung angegeben werden. Solange die Gründe nicht angegeben wordens ind, liegt uns kein Argument zur Analyse vor. … Ein Argument ist eine Gruppe von Aussagen, die miteinander in Beziehung stehen. Ein Argument besteht aus einer Aussage, die die Konklusion darstellt, und einer oder mehreren Aussagen, die die Gründe zur ihrer Stützung angeben. Die Aussagen, die Gründe angeben, werden ‘Prämissen’ genannt. Es gibt keine bestimmte Anzahl von Prämissen, die jedes Argument besitzen sollte, es muss aber mindestens eine geben” (Wesley Salmon, Logik, S.8-11).