Philosophie: Gedanken zum Neuen Jahr

Zum Beginn des Jahres 2017 wollen wir Friedrich Nietzsche die Gedanken zum neuen Jahr überlassen:

“Zum neuen Jahre. – Noch lebe ich, noch denke ich: ich muss noch leben, denn ich muss noch denken. Sum, ergo cogito, cogito, ergo sum. Heute erlaubt sich Jedermann seinen Wunsch und liebsten Gedanken auszusprechen: nun, so will auch ich sagen, was ich mir heute von mir selber wünsche und welcher Gedanke mir dieses Jahr zuerst über das Herz lief, – welcher Gedanke mir Grund, Bürgschaft und Süssigkeit alles weiteren Lebens sein soll! Ich will immer mehr lernen, das Notwendige an den Dingen als das Schöne zu sehen: – so werde ich Einer von Denen sein, welche die Dinge schön machen. Amor fatis, das sei von nun an meine Liebe. Ich will keinen Krieg gegen das Hässliche führen. Ich will nicht anklagen, ich will nicht einmal die Ankläger anklagen. Wegsehen sei meine einzige Verneinung! Und, Alles in Allem und Grossen: ich will irgendwann nur noch ein Ja-sagender sein!” (Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, Viertes Buch, 276).

Wie bei Nietzsche üblich, muss man zwischen den Zeilen und vor dem Hintergrund seines Sarkasmus’ lesen, der an Zynismus grenzt.