Geschichte: Schule im Nationalsozialismus

Aus dem Nachwort des Buches von Kurt-Ingo Flessau:

quote“Nachdem Autoren, Herausgeber und Verlage solcher Pläne und Bücher über zweieinhalb Jahrzehnte mit erkennbarem Erfolg versucht hatten, alle die Wirklichkeit verfälschende Ideologie aus ihnen herauszuhalten, erheben sich mittlerweile wieder Stimmen gegen den Versuch, Schulbücher wie Lehrpläne möglichst von parteipolitischen Einflüssen freizuhalten, und für eine parteiliche Belehrung des Schülers.

Erwiese die deutsche Schule sich solchem Ansinnen wiederum als zugänglich, so geriete sie erneut in den Strudel der Parteilichkeit, hinge vielleicht gar von einer Partei und deren politischem Willen ab. Damit auch wäre die Schule nochmals genötigt, gemäß ihren jeweiligen Möglichkeiten die Wirklichkeit so verändern zu helfen, wie sie diese Wirklichkeit interpretieren dürfte. Statt sie also möglichst unvoreingenommen zu sehen und damit imstande zu sein, alles Nachteilige, Unbefriedigende, Verändernswerte in ihrem Bereich wie auch in der Gesellschaft zusammen mit anderen Kräften ab- oder neuzuschaffen, erlegte sie sich Fesseln auf, die sich nur als Zeichen einer Unmündigkeit verstehen ließen.

Flessau, Kurt Ingo (1977). Schule der Diktatur. Lehrpläne und Schulbücher des Nationalsozialismus. München: Ehrenwirth.

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