Empirische Sozialforschung: Vom Zirkelschluss

Logik fuer DummiesDie Wahl zum Britischen Unterhaus im Jahre 2015 nahm einen ganz anderen Ausgang als es auf Grundlage von Wahlumfragen im Vorfeld den Anschein hatte. Statt des erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Labour und den Tories gab es einen Erdrutschsieg der Tories.

Das offenkundige Versagen der Wahlforscher, den Wahlausgang vorherzusagen, hat nun eine Kommission beschäftigt, die vom British Polling Council und der Market Research Society zusammengestellt wurde. Mehrere Monate hat sich die Kommission mit den falschen Vorhersagen beschäftigt und nun ihren Abschlussbericht vorgelegt,

Hauptergebnis: Die Sample, auf denen die Wahlprognosen beruht haben, seien nicht repräsentativ gewesen.

Das nun ist ein klassischer Zirkelschluss, denn man wie folgt visualisieren kann:

A) Eine zutreffende Prognose basiert auf einer repräsentativen Grundgesamtheit.

B) Die Prognose des Wahlausgangs der Britischen Unterhauswahlen von 2015 war nicht zutreffend.

K) Das Sample der Prognose war nicht repräsentativ, denn wäre der Sample repräsentativ gewesen, die Wahlprognose wäre richtig gewesen.

Ein solches selbstreferentielles Argument, zu dem man auch ohne Kommission kommen kann, stellt einen klassischen Zirkelschluss dar, weil vorausgesetzt wird, was erst erklärt werden soll. Insofern wird es wohl notwendig sein, demnächst eine Kommission einzusetzen, die sich mit der Frage beschäftigt, warum die letzte Kommission in einem Zirkelschluss zum Erliegen kam.

 

Ghostwriter-24

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