Psychologie: Ein leerer Bauch kauft mehr

Wer hungrig ist, kauft mehr ein. Das ist das Ergebnis mehrerer Experimente, die Alison Jing-Xu, Norbert Schwarz und Robert S. Wyer gerade in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht haben.

hungry-catDie Experimente sahen z.B. Probanden Papier-Clips bewerten. Nach der Bewertung mussten sie einen Fragebogen ausfüllen. Anschließend durften Sie so viele Clips mit nach Hause nehmen, wie sie wollten. Wer angab, hungrig zu sein, nahm mehr Clips mit nach Hause als derjenige, der angab, nicht hungrig zu sein.

In einem anderen Experiment haben Schwartz und Jing-Xu Shoppern aufgelauert, die gerade einen Laden verlassen haben, deren Einkaufskorb gescannt und sie gefragt, ob sie hungrig sind. Wer angab, hungrig zu sein, hatte mehr im Einkaufskorb.

Daraus schließen die Forscher, dass einerseits aus dem Vorsatz, ich will etwas zu essen kaufen, ich will etwas kaufen wird, andererseits sich ein biologisches Bedürfnis nach Nahrung in ein generellen Bedürfnis nach “etwas” transformieren kann. Mehr noch: Wenn aus der Befriedigung von Hunger eine Shopping-Spree werden kann, dann hat dies ungeahnte Folgen:

“If a motive such as hunger creates a final goal in your mind – eating – that makes you acquire other things along the way to reaching that goal, then such spillover effects may exist in many other domains of life”.

Bevor diese Folgen angenommen werden können, muss jedoch die Beziehung zwischen Korrelation und Kausalität geklärt werden, denn: auch wenn Schwartz, Jing-Xu udn Wyer annehmen, die hungrigen Shopper mit dem größeren Einkauf hätten eben diesen, weil sie hungrig sind, so bieten sie doch keinerlei Beleg für diese Annahme, geschweige denn eine Theorie dafür, warum hungrige Shopper einen gierigeren Einkauf hinlegen als satte. Immerhin wäre es möglich, dass der umfangreiche Einkauf so lange gedauert hat, dass die Shopper länger unterwegs waren als Shopper mit einem weniger umfangreichen Einkauf und dadurch hungrig geworden sind.

 

Ghostwriter-24

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